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„Arche Herbst“ präsentiert über 20 Künstler in der Galerie am Haspelmathturm

Spätsommer mit Frühherbst

veröffentlicht am 13.09.2016 um 08:13 Uhr
aktualisiert am 25.10.2016 um 09:23 Uhr

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Autor:

Richard Peter
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Originalglasplatten, die Andreas Hoppe hier kommentarlos wirken lässt. Durch nichts als schlichtes Vorhandensein.

Schon damit angedeutet, was alles an Bandbreite dieser Herbst zu bieten hat. Nicht nur so am Rande, pflichtschuldigst, Bilder von Irene und Josef Apportin. Appos „Partitur in Rot“, das anders an Georg Trakels „Grodek“ mit seinem „Am Abend tönen die herbstlichen Wälder“ – erinnert. Fantasie ganz real, Gerd Günter und seine vier skurrilen Eingangs-Situationen. Treppenaufgänge mit einem Sammelsurium, so vergangen wie erinnerbar. Zwei wunderbar klar strukturierte Blätter von Matthias Waldeck. „Pflaster“ das eine aus raffinierter Perspektive, die das Objekt anders grafisch suggeriert und „Weser“, die sich schliert und unendlich formt.

Fast ein bisschen erschreckend düster die drei Blätter von Edda Zesin – „verborgen und hervorgeholt“, was vieles von der Technik verrät, einen Malprozess mit Übermalungen und Partien, die freigelassen, sichtbar werden. Düstere Bilder, die dennoch einen morbiden Reiz besitzen.

Der „Herbst“ beginnt am Sommerabend: Ausstellungseröffnung in der Arche. Foto: Dana

So ganz anders wieder die so leicht, fast verspielten „Abweichungen“ von Susanne Gührs, deren Grundierungen bereits Bilder im Bild sind, jeweils durch geschwungene Linien geteilt, zweimal horizontal, um im dritten Bild vertikal zu irritieren. Zahlenspielerei – die sieben Zentimeter von zwei Linien begrenzt und das rechte Bild, sozusagen quergestellt, in doppeltem Abstand zur Sieben. Also vierzehn. Man muss das nicht wissen – es ist einfach vorhanden. Aber auch daran, Kunst zu messen, am bewusst Gestalteten. Und auch Gisela Gührs mit einer ihrer seltsamen Figuren – „Göttin“, eine Art „Darth Vader in Rot“, aber natürlich ganz anders.

Erstaunlich Bernd Schlüter mit überraschend biomorphen Strukturen, wie Prof. Schomer es nennt. Eine Mischung aus realer Situation und verschwimmenden Ausschnitten, die als Form Eigenleben entwickelt. Viel „arche“-Urgestein: Johanns Eidt mit zwei delikaten Arbeiten und bei „Tischgespräch“ wörtlich genommen.

Wolfgang Raddatz’ so filigrane Blätter, in denen sich Schrift verliert, Horst-Richard Schlösser mit „Grenzenlose Paare“, dann auch Klaus Dierßen mit zwei Fotografien. Zwei Bütten-Ausrisse von Christine Mauthe – und fast wünscht man sich, sie hätte das Handgeschöpfte sozusagen „ohne Kunst“ gelassen, so beeindruckend die Strukturen. Volker Heine, der mit seinen archaischen Gruppen einsam die Malerei repräsentiert und Moritz Bormann mit seinem Merkel-Objekt, mit dem sich so fantasievoll spielen und die Kanzlerin à la Baselitz auch mal auf den Kopf stellen lässt.

Ein herbstlich-bunte Mischung zu sommerlichen Temperaturen. Schließlich ist ja noch Sommer – auch wenn die „Arche“ bereits auf Herbst setzt.



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