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Schädlich-Novelle: Voltaire bei Friedrich II.

„Sire – ich eile“

Berlin (dpa). Die Freundschaft des Preußenkönigs Friedrich II. zu dem französischen Philosophen Voltaire zählt zu den interessantesten und widersprüchlichsten Allianzen im Zeitalter der Aufklärung. Können Macht und Geist gleichberechtigt kommunizieren? Kann der Philosoph den König mit der Kraft seiner Argumente zu einem menschenfreundlichen Herrscher erziehen? Wie korrumpierend wirkt der Umgang mit den Mächtigen für den Geistesmenschen?

veröffentlicht am 13.01.2012 um 13:23 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 20:21 Uhr

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Um diese auch zum 300. Geburtstag von Friedrich II am 24. Januar immer noch aktuellen Fragen kreist Hans Joachim Schädlichs luzide Novelle „Sire, ich eile. Voltaire bei Friedrich II.“. Der 1935 im Vogtland geborene Autor wirft in seiner gewohnt knappen und lakonischen Art ein helles Schlaglicht auf die geistvolle, von Eloquenz befeuerte, aber letztlich immer ungleiche Beziehung zwischen dem Schriftsteller Voltaire (1694-1778) und dem seit 1740 herrschenden Friedrich.

Schädlich, dieser Meister der Reduktion, trifft den Kern dieser Beziehung: Der kritische Intellektuelle, der seine eigene Vernunft gebraucht, gerät zwangsläufig in Konflikt mit einem Herrscher, der sich vor keiner Instanz rechtfertigen muss. Die Novelle gibt keinen Nachhilfeunterricht in preußischer Geschichte, sondern entwirft exemplarisch diesen Zwiespalt.

Hans Joachim Schädlich hat selbst bittere Erfahrungen gemacht mit staatlicher Macht und der Ohnmacht der Andersdenkenden. In der DDR durfte er nicht publizieren, er unterschrieb die Petition gegen die Biermann-Ausweisung, 1977 konnte er in die Bundesrepublik ausreisen, in dem Jahr erschien auch sein verspätetes Debüt „Versuchte Nähe“.



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