weather-image
23°

Stiftung Buchkunst zeigt ihre prämierten Bücher – darunter auch eines von Katrin Wiehle aus Völksen

Sie sind die Schönsten im ganzen Land

Hannover. Bücher sind – und bleiben – eines der bedeutendsten Medien. Man kann darin Sätze unterstreichen, Anmerkungen an den Rand schreiben, sogar Eselsohren machen oder einfach weiterblättern. Man kann das Buch überallhin mitnehmen – und es bleibt unser stiller Freund in guten wie in schlechten Tagen.

veröffentlicht am 22.08.2011 um 17:03 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 11:21 Uhr

Professor Pfeffer heißt der Abenteurer, der in Katrin Wiehles Kinderbuch die Welt bereist. Bild: Katrin Wiehle / Beltz&Gelberg

Autor:

Klaus Zimmer
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Doch bevor wir ein neues Buch zur Hand nehmen, geschieht bis zu seiner Geburt eine ganze Menge. Denn seine Herstellung ist zunehmend ökonomischen Einzelforderungen verpflichtet: die Umschlaggestaltung nach Marketingaspekten, seine Formgebung nach den aktuellen Herstellungsvorgaben und, so Michael Lenz, „das Lektorat ist dann erfreut, dass der Inhalt noch zu finden ist“. Das wiederum lässt erahnen, mit welchen Barrieren sich heute ein Buchdesigner auseinandersetzen muss, bevor er seine Handschrift realisieren kann.

Bei diesem 60. Wettbewerb der Stiftung Buchkunst wurden 1034 Bücher von 457 Teilnehmern eingesandt. 96 wurden für die Nominierung ausgewählt.

Auf diesem speziellen Feld der fast hundert vorliegenden Druckwerke ist der Buchdesigner der ungekrönte König. Denn durch seine künstlerische Begabung soll das neue Buch positiv aus dem Rahmen fallen. Mit dieser Erkenntnis bereichert, wollen wir ein paar Beispiele auswählen.

„Die ganze Zeit“ von Oswald Egger (Suhrkamp) ist ein Buch, das den ersten Preis erhielt – wegen seines ungewöhnlichen Innenlebens, dem „Davor“ und dem „Dahinter“, das beim Blättern für Überraschungen sorgt. Und ganz bildstark: der freche Umschlag und die farbigen Illustrationen zu Raymond Quenaus „Zazie in der Metro“ (Büchergilde Gutenberg) und vom gleichen Verlag – und gleicher Qualität – „Das Spinnennetz“ von Joseph Roth. In der Reihe Wissenschaft fällt das Werk von Martin Buber, „Politische Schriften“ (Zweitausendeins), ein dicker Buchblock – und doch so leicht – aus dem Rahmen als Softcover in seiner klassischen, zurückhaltenden Gesamtgestaltung. Und in der Gruppe Taschenbücher sei unbedingt auf Albert Camus meisterhaft gestaltete Buchreihe (Rowohlt) hingewiesen, liebevoll gemachte Festeinbände. Bei den Kunstbüchern überrascht der Katalog Peggy Buth, „Desire in Representation“ (Spector Books), durch seine ungewöhnliche „musikalische“ Gestaltung. Und letztlich kann auch Johan Lorbeers „Geschäftbericht“ jeglicher Voreingenommenheit von Langeweile Paroli bieten.

Die Kinder- und Jugendbücher sind ein Augenschmaus: etwa „Professor Pfeffers tierisches Abenteuer“ von Katrin Wiehle aus Völksen, die das Hamelner Viktoria-Luise-Gymnasium besuchte; erschienen im Verlag Belz & Gelberg. Und auch „Franz Kafka“ mit erstaunlichem Einfühlungsvermögen von Stefanie Harjes (Ravensburger) hat besondere Beachtung verdient. Und zum Schluss noch ein dickes Kompliment für die Arbeiten der jungen Buchgestalter.

Im Katalogsaal werden die Sieger des Deutschen Fotopreises 2011 vorgestellt. Und die ganz präzise gemalten botanischen Pilztafeln an den Wänden von Hans Manhart aus Bad Harzburg werden jeden Kenner begeistern. Der Künstler ist Mitglied der Hamelner arche und widmet sich mit Leib und Seele diesen niedersächsischen Ochsenzungen und Hexenröhrlingen, geheimnisvollen Lagerpflanzen.

Die Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek (Waterloostraße 8) zeigt die Ausstellungen bis zum 10. September während der Öffnungszeiten.

Einen Überblick über alle preisgekrönten Bücher gibt es im Internet unter www.stiftung-buchkunst.de.

Stefanie Schilling hat ihr Buch „Bajuschka“

im Eigenverlag herausgegeben und selbst illustriert.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2019
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt
    X
    Herzlichen Glückwunsch, Ihr Adblocker funktioniert!

    Wir verstehen, dass Sie nicht hier sind, um Werbung zu sehen.
    Aber Werbe- und Aboeinnahmen sind wichtig für unsere journalistische Arbeit.


    Unterstützen Sie unseren Qualitäts-Journalismus, indem Sie Ihren Adblocker deaktivieren
    oder sich mit einem gültigem Digital-Abo anmelden.

    Sie haben ein Digital-Abo? Hier anmelden!

    Noch kein Digital-Abo?