weather-image
21°

Vom Bahnhof zum Festivalgelände: Falk Hallas hat während des Open Airs in Wacken Gäste aus ganz Europa chauffiert

Selbst der Taxifahrer hört in diesen Tagen nur AC/DC

Wacken. Für Falk Hallas ist es „das Geschäft des Jahres“. Drei Tage Wacken Open Air bringen dem Taxifahrer aus Itzehoe so viel Geld ein wie sonst ein ganzer Monat. Es ist das siebte Heavy-Metal-Festival, das der selbstständige Ein-Mann-Unternehmer als Taxifahrer erlebt. „Wacken ist immer ein fester Termin für mich, weil der Rubel dann rollt“, sagt Hallas.

veröffentlicht am 08.08.2011 um 16:17 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 14:27 Uhr

Abendstimmung zwischen 95 000 Besuchern: das Festival in Wacken hat an diesem Wochenende einen Besucherrekord verzeichnet. Foto:
Lars Lindhorst

Autor

Lars Lindhorst Reporter zur Autorenseite
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Rund 95 000 Festivalbesucher wollen schließlich bewegt werden. Das weltgrößte Heavy-Metal-Musikfestival in dem schleswig-holsteinischen Dorf Wacken hat am Wochenende zur 22. Auflage die wohl bislang meisten Besucher angelockt. Beim ersten Wacken-Festival im Jahr 1990 waren es gerade einmal ein paar Dutzend Metal-Fans. 120 Bands auf sieben Bühnen, ein Festival- und Campingplatzgelände auf gut 200 Hektar Land und rund 1000 Sicherheitskräfte – für alle Beteiligten waren es wieder drei Tage abseits jeglicher Normalität.

Die Arbeitstage des 56-jährigen Taxifahrers bestehen dann nur aus Fahrten auf einer einzigen Strecke: vom Bahnhof im schleswig-holsteinischen Itzehoe zum knapp 25 Kilometer entfernten Festivalgelände im 1800-Einwohner-Dorf Wacken. „Diese Strecke fahre ich Linie“, sagt Hallas. Aber nicht nur Falk Hallas schiebt Sonderschichten. Mitarbeiter des ADAC fahren Runde um Runde über den Campingplatz. Sie leisten Starthilfe für die von lauten Metal-Klängen arg strapazierten Autobatterien. Wackens Einwohner öffnen ihre Gärten für Festivalbesucher, bieten Schlafgelegenheiten, Ruhebänke, Toiletten und auch reichlich Bier.

„Willst Du Musik hören?“, fragt Hallas und schaltet, ohne eine Antwort bekommen zu haben, sein Autoradio ein. „Back in Black“ von AC/DC läuft. „Ich weiß ja, was meine Gäste hören wollen“, sagt der Taxifahrer. Auch wenn seine Fahrgäste nicht immer freundlich aussehen mögen – Probleme während der Fahrten gebe es kaum. „Die sind alle friedlich“, sagt Hallas. „Manchmal motzen sie ein bisschen, weil in meinem Taxi Alkohol verboten ist.“

Vor 15 Jahren war der verwitwete Hallas noch Verwaltungsangestellter, davor arbeitete er als Maschinenschlosser. „Ich mag meinen Beruf sehr“, meint er. Der Taxifahrer kutschiert Gäste aus ganz Europa nach Wacken. „Ein Pärchen kam sogar aus Chile“, berichtet er. „Die waren schon drei Tage vor Beginn hier.“ Die einzige Schwierigkeit: „Ich spreche bloß wenig Englisch“, sagt Hallas.

Die Begrüßung jedoch klappe auch ohne großes Reden gut – mit der sogenannten Pommesgabel, den ausgestreckten Zeige- und kleinem Finger, ein typisches Zeichen der Wackener Metal-Szene. Aber fürs Geschäftliche habe ihm seine Tochter extra einen gelben Zettel aufs Armaturenbrett geklebt: „Wacken – thirty three Euro“.

Im Mercedes zum Metal-Fest: Falk Hallas macht auch gern mal die „Pommesgabel“. Foto: ll



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2019
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt
    X
    Herzlichen Glückwunsch, Ihr Adblocker funktioniert!

    Wir verstehen, dass Sie nicht hier sind, um Werbung zu sehen.
    Aber Werbe- und Aboeinnahmen sind wichtig für unsere journalistische Arbeit.


    Unterstützen Sie unseren Qualitäts-Journalismus, indem Sie Ihren Adblocker deaktivieren
    oder sich mit einem gültigem Digital-Abo anmelden.

    Sie haben ein Digital-Abo? Hier anmelden!

    Noch kein Digital-Abo?