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Seine „Fontäne“ ist legendär - eine Erinnerung an Marcel Duchamp zu seinem 125. Geburtstag

Ist das Kunst oder kann das weg? Kaum ein anderer Künstler mag diese banale Frage häufiger gehört haben als Marcel Duchamp. Der Franzose, der als Großvater der Konzeptkunst gilt, wurde vor 125 Jahren geboren. Sein Erfolgsrezept: Er erklärte Nippes und Utensilien des täglichen Lebens zu Kunst – und schuf somit das Readymade. Sein berühmtestes Werk: "Fontaine", ein Pissoir.

veröffentlicht am 27.07.2012 um 13:26 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 02:21 Uhr

pissoir
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Von Julia Marre

Ist das Kunst oder kann das weg? Kaum ein anderer Künstler mag diese banale Frage häufiger gehört haben als Marcel Duchamp. Der Franzose, der als Großvater der Konzeptkunst gilt, wurde vor 125 Jahren geboren. Sein Erfolgsrezept: Er erklärte Nippes und Utensilien des täglichen Lebens zu Kunst – und schuf somit das Readymade.

 

Das beste Beispiel dafür: „Fontaine“ („Fontäne“). Duchamp kaufte 1917 ein Urinal, legte es auf die flache Seite und signierte es mit dem Pseudonym „R. Mutt“. Es ist wohl das amüsanteste seiner Objekte. Das Pissoir reichte er 1917 bei der New Yorker „Society of Independent Artists“ ein. Doch die „Fontäne“ wurde weder ausgestellt, noch im Katalog erwähnt. In der Zeitschrift „The Blind Man“ erschien ein Foto des Urinals. Dazu hieß es: Das Werk sei „nicht unmoralisch“. Der Künstler habe „einen alltäglichen Gebrauchsgegenstand genommen, ihn so aufgestellt, daß seine nützliche Bedeutung hinter dem neuen Titel und der Betrachtungsweise verschwand – er hat einen neuen Gedanken für das Objekt geschaffen“. Das Pissoir war ein Skandal, ein Medienereignis. Duchamp wurde zum Kunstrevolutionär. Das Urinal ging bald darauf verloren. Ebenso wie andere Readymades von Duchamp: sein „Flaschentrockner“ und das „Fahrrad-Rad“. Die Idee aber blieb erhalten. Heute gehört das Pissoir zu den einflussreichsten Werken der Kunst im 20. Jahrhundert. Weitere Objekte Duchamps wiesen den Weg vom Dadaismus zum Surrealismus.

 

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