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Rüdiger Wolff bringt Theodor Storms Gedichte auf die Bühne des TAB

Sein Großvater gab ihm den Rat

Hameln. „Es hätte Theodor Storm gefallen!“, sind sich zwei Theaterbesucher nach der musikalischen Lesung mit Rüdiger Wolff im TAB sicher. Dreizehn Gedichte von Storm, darunter „Die Stadt“, „Das Harfenmädchen“ und „Oktoberlied“, hat der bekannte Sänger, Schauspieler und Moderator in fünf Jahren vertont. Schon sein Großvater, ein Mitschüler des Komponisten Paul Hindemith, habe Storm-Gedichte vertont, erzählt Wolff. Neben dem Unterricht am Klavier und in Harmonielehre habe dieser ihm den Rat gegeben: „Wenn Du groß bist, vertone Storm!“

veröffentlicht am 30.01.2011 um 19:09 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 03:41 Uhr

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Autor:

Renate Müller De Paoli
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Dabei hat sich Wolff neben der Klassik und dem Volkslied in seinen Vertonungen besonders von slawisch-russischen Melodien inspirieren lassen, um die melancholisch-lyrische Seite Theodor Storms (1817 bis 1888) musikalisch zu fassen. Ein Weg, der jedoch die Gefahr in sich birgt, dass die Musik den Text zu erschlagen droht, wie es Wolff beim Gedicht „Mondlicht“ passiert. So wirft er in geübter Selbstreflexion die Frage in den Theaterraum: „Ob es wohl Storm gefällt, was ich geschrieben habe?“ Mit Sicherheit gefällt es Storm, dass Wolff versucht, ihn aus der Vergessenheit zu holen.

In lockerem Plauderton beschreibt Rüdiger Wolff die Zerrissenheit des leicht verletzbaren Mannes, sein Verliebtsein in junge Schönheiten und die große Liebe zum Norden – nachzufühlen in seinem wunderschönen Liebesgedicht an Husum: „Die Stadt“. „Am grauen Strand, am grauen Meer … Doch hängt mein ganzes Herz an dir, Du graue Stadt am Meer“. Er schildert seinen unerschütterlichen Kampf um die Unabhängigkeit Schleswig-Holsteins von dänischer und preußischer Besatzung. Sein Leben lang hat sich Storm die Anerkennung seines künstlerischen Schaffens gewünscht.

Selbst die Veröffentlichung seines Romans „Der Schimmelreiter“ fünf Monate vor seinem Tod hat Storm nicht mehr wahrnehmen können. Zwei Kapitel liest Rüdiger Wolff daraus und zeigt einmal mehr seine Stärke und Sensibilität für die Stormsche Sprache. Da geht es manchem im TAB wie dem „Kleinen Häwelmann“, der dem „guten alten Mond“ zuruft: „Mehr, Mehr“ von Theodor Storm.

Stellt Theodor Storm auf eine Stufe mit Rilke, Goethe und Claudius: Rüdiger Wolff.

Foto: Müller De Paoli



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