weather-image
21°
„Männerherzen“ von Simon Verhoeven: Episodenkomödie mit liebenswerten Szenen und Gags sowie einem starken Ensemble

Sechs prototypische Mannsbilder tapsen durchs Berliner Leben

Von Niklas Thoma

veröffentlicht am 09.10.2009 um 23:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 18:41 Uhr

Verbringt die Nächte auch mal mit zwei Schönen im Arm: Til Schwe
Weiterlesen mit Ihrem Digital-Abonnement
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Frauen haben es wahrscheinlich schon immer gewusst. Männer sind Idioten.

Und wenn sie es nicht sind, dann benehmen sie sich wenigstens so.

Dennoch, oder gerade deshalb, sind sie doch irgendwie liebenswert. Und durchaus vielschichtig. Mit der Episodenkomödie „Männerherzen“ knöpft sich Senta Bergers Sohn Simon Verhoeven sechs prototypische Mannsbilder vor und lässt sie durchs Berliner Leben tapsen. Auch wenn sie noch so cool tun. Irgendwie sind sie alle verkorkst und haben Angst. Vor sich selbst, ihrer Karriere, dem Alleinsein – und: natürlich Frauen.

Da ist der Weiberheld und Musikproduzent, der zwar einen Sportwagen fährt und die Nächte auch mal mit zwei Schönheiten im Arm verbringt. Aber seine künstlerische Integrität hat er durch seinen teuren Lebensstil bei der Arbeit mit dem exzentrischen Schlagersänger Bruce Berger an der Tür abgeben. Bruce möchte als Musiker ernst genommen werden, reimt in engagierten Liedern aber „Klima“ auf „Prima“. Und weil er keine Freunde hat, zieht er einfach bei Jerome ein. Philip hat seine Praktikumsstelle verloren und seine Freundin geschwängert. Außerdem sagt er immer das Falsche. Doch das ist harmlos gegen Niklas, der im Job erfolgreich ist und seine „Maus“ Laura in zwei Wochen ehelichen will. Nun, besonders bei perfekt geplanten Lebensläufen sind kalte Füße keine Seltenheit.

Meerschweinchen-Besitzer Günther hat seine große Liebe noch nicht gefunden. Bei seiner tollpatschigen Vorgehensweise wundert das aber auch niemanden. Roland verliert dagegen gerade den Boden unter den Füßen. Seine Frau will sich scheiden lassen, sein dementer Vater erkennt ihn nicht und aus dem Fitnessstudio fliegt er auch raus. Seiner Verzweiflung kann er nur durch Gewalt Ausdruck verschaffen.

Immer wieder kreuzen sich ihre Wege und Verhoeven lässt seine Männer in absurde, teils sogar brüllkomische und auch ergreifende Situationen tapsen. Und die Frauen stehen daneben und schütteln nur ungläubig den Kopf. Die Erzählstruktur hat zwar eine wenig stringente Dramatik, aber so viele liebenswerte Szenen und Gags sowie ein starkes Ensemble, dass keine Minute Langeweile aufkommt. Dabei haben besonders Christian Ulmen als Trottel-Romantiker Günther und Justus von Dohnanyi die Lacher auf ihrer Seite. Allein Günthers Versuch mehr wie Tom Selleck in „Magnum“ zu sein, ist die Eintrittskarte wert.

„Männerherzen“ ist derzeit im Hamelner Maxx-Kino am Bahnhofsplatz täglich um 18 und 20.30 Uhr, sowie freitags um 23 Uhr zu sehen.

Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare