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Oscars werden vielfältiger und etwas deutsch

Schwarz-Rot-Gold in Hollywood

LOS ANGELES. Donald Trump regiert im Weißen Haus - Hollywood setzt umso mehr auf Vielfalt. Neben „La La Land“ stehen schwarze Stars und Themen bei den Oscars im Rampenlicht. Auch für Deutschland wird es Ende Februar spannend.

veröffentlicht am 27.01.2017 um 11:36 Uhr
aktualisiert am 27.01.2017 um 12:29 Uhr

Geliebt und begehrt: der Oscar. Am 26. Februar werden in Los Angeles die 89. Academy Awards verliehen. Foto: dpa

Autor:

Barbara Munker

Eine Welle der Empörung über die „weißen“ Oscars wird es diesmal nicht geben. Zwei Jahre lang stand mit dem Twitter-Hashtag #OscarsSoWhite die mangelnde Vielfalt der Nominierten am Pranger. Schließlich hatten es bei den vergangenen beiden Oscar-Verleihungen keine Schwarzen in die vier begehrten Schauspielerkategorien der weltweit wichtigsten Filmpreisverleihung geschafft. Kurz nach Amtsantritt von Donald Trump und seiner weißen Männerriege in Washington trifft Hollywood mit seinen aktuellen Nominierungen nun aber voll ins Schwarze.

Denzel Washington holt mit seinem Rassismusdrama „Fences“ gleich vier Nominierungen, die in Äthiopien geborene Ruth Negga hingegen könnte mit „Loving“ ihren ersten Oscar als Hauptdarstellerin gewinnen.

Der große Oscar-Favorit dieser Saison ist alllerdings „La La Land“: Das Musical katapultierte sich mit 14 Gewinnchancen in die Riege der meistnominierten Filme – das schafften vorher nur „Titanic“ aus dem Jahr 1997 und der Klassiker „Alles über Eva“ (1950). Die beschwingte Romanze „La La Land“ von Damien Chazelle erinnert an Musicalklassiker des alten Hollwood, für das Emma Stone und Ryan Gosling nun als beste Hauptdarsteller nominiert sind. Auch Meryl Streep setzt ihres Siegeszug in Hollywood fort, trotz (oder gerade wegen) der schlechten Noten von Donald Trump. Der bezeichnete die 67-jährige dreifache Oscar-Preisträgerin jüngst als eine „der überbewertetsten Schauspielerinnen in Hollywood“. Streep hatte zuvor auf der Golden-Globe Bühne ein leidenschaftliches Plädoyer gegen den US-Präsidenten gehalten. Trump solle sich hüten, Ausländer und Außenseiter hinauszuwerfen. Nach diesen mutigen Mahnungen ist Streep nun noch mehr Sprachrohr und eine moralische Instanz Hollywoods. Und sie ist unbestritten die meist nominierte Schauspielerin aller Zeiten. Für ihre Rolle einer untalentierten Opernsängerin in der biografischen Komödie „Florence Foster Jenkins“ schraubte sie nun ihren Rekord auf 20 Anwartschaften hoch.

Auch Deutschland greift nach dem Goldjungen. Es ist schon zehn Jahre her, dass Florian Henckel von Donnersmarck triumphierend mit dem Auslands-Oscar für das Stasi-Drama „Das Leben der Anderen“ auf der Bühne stand.

Nun könnte es ihm Maren Ade mit ihrem Film „Toni Erdmann“ nachmachen. US-Kritiker feiern die Vater-Tochter-Geschichte als „die lustigste deutsche Komödie“ mit „unglaublich mutigen“ Darbietungen der Hauptdarsteller. Maren Ade sollte also für die Oscar-Gala am 26. Februar eine Dankesrede parat haben.



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