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Die Rock-Band Die Happy gibt in der Sumpfblume ein Akustikkonzert in Wohnzimmeratmosphäre

Schöner sterben

Hameln. Perfekte Soundabmischung, mit der Band harmonierende Gastmusiker und eine bestens aufgelegte Marta Jandová sorgten am Sonntag für einen echten Höhepunkt in der diesjährigen Konzertsaison der Sumpfblume. Es war zu erwarten, dass die Band, die auch dem Genre des Alternative Metal zugeordnet wird, auf ihrer Akustik-Tour etwas leisere Töne anschlagen würde. Diesen Eindruck unterstützten auch die Bühnenrequisiten, die eine gemütliche Wohnzimmeratmosphäre in die Sumpfblume zauberten und dem nicht ausverkauften, aber dafür bestens aufgelegten Haus eine angenehme Nähe zur Band vermittelten.

veröffentlicht am 13.10.2014 um 17:41 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 15:41 Uhr

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Autor:

Benjamin Krämer
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Dann ging es auch schon los mit den Akustikversionen der Songs ihres neuen Studioalbums „Everlove“, das thematisch ganz im Zeichen Liebe, Trennung und Freundschaft steht und sich an diesem Abend nahtlos in die persönliche Atmosphäre einfügte. Einmal mehr bewiesen die Tschechin Jandová und ihre stets zu Scherzen aufgelegten Kollegen dabei, dass Live-Auftritte ihre absolute Königsdisziplin sind. Nicht nur, dass Fehler in ihrem musikalischen Repertoire nicht vorzukommen scheinen – besonders zwischen den Songs läuft das Ensemble zu beinahe kabarettistischen Höchstleistungen auf.

Und so kam es, dass man zeitweise gar nicht wusste, ob man sich nun auf das nächste Lied oder das nächste humoristische Zwischenspiel freuen sollte, bei dem sich die schlagfertige Sängerin über ihre Sprachfehler lustig macht, das Publikum bittet, ihren verspannten Po zu massieren oder sich in sprachlichen Zweideutigkeiten verrennt – bei denen nie so ganz klar wird, ob sie nun weiß, was sie da erzählt, oder tatsächlich vollkommen ahnungslos ist. Das regelmäßig in ausgelassenes Gelächter verfallende Publikum wird es ihr jedenfalls gedankt haben, denn solch eine humorvolle und gleichzeitig mitreißende Moderation zwischen den einzelnen Stücken ist tatsächlich ein Alleinstellungsmerkmal, das sich die Band auch nach 20 Jahren immer noch auf die Fahnen schreiben darf.

Frontfrau Jandová, die auch als Gastsängerin für Größen wie Oomph! und Revolverheld auf der Bühne stand und zeitweise als Jurymitglied für die Castingshow „Popstars“ fungierte, bewies allerdings nicht nur als echtes „Goldkelchen“, wie Gitarrist Thorsten Mewes sie ankündigte, Qualitäten, sondern auch als waschechter Talentscout: Die von den Ulmern gewählte Vorband Nick & June, ein junges Duo aus Nürnberg, zeigte bereits beim Anwärmen, dass dieser Abend nicht nur von melancholischen bis rockigen Tracks dominiert werden würde, sondern von etablierten, alten Hasen und hoch talentiertem Nachwuchs.

Von Nick & June, die zwischen den Songs problemlos zwischen einem halben Dutzend Instrumenten wechselten, wird man als Fan von Indie-Pop in Zukunft jedenfalls noch hören – genau wie von Die Happy, die an diesem Abend wieder einmal bewiesen haben, dass ihnen die Lust noch lange nicht vergangen ist. Wenn die Performance auf der Bühne auch in Zukunft so lustig-mitreißend bleibt, ist das eine der besten Nachrichten, die sich Fans und Freunde von guter Musik an diesem Abend erhoffen konnten.



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