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Musik aus China erklingt als Länderschwerpunkt in Schleswig-Holstein mit dem Shanghai Symphony Orchestra

Schleswig-Holstein Musik Festival: Europa trifft China

Kiel (dpa). Der chinesische Kultur-Sonderbeauftragte Li Hongfeng hat am Samstag in Kiel den Länderschwerpunkt China des Schleswig-Holstein Musik Festivals (SHMF) eröffnet. Zum Auftakt einer Reihe von rund 70 Konzerten chinesischer Musiker spielte das Shanghai Symphony Orchestra unter seinem Chefdirigenten Yu Long Werke chinesischer Komponisten sowie des Franzosen Claude Debussy.

veröffentlicht am 15.07.2012 um 15:11 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 03:21 Uhr

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Das Shanghai Symphony wurde 1879 gegründet. Es ist damit das älteste Sinfonieorchester Chinas. Beim SHMF tritt es als Mittler zwischen den Welten auf. Der Musik der Zeitgenossen Chen Qigang, geboren 1951, und Guo Wenjing, Jahrgang 1956, wurde die sinfonische Skizze „La mer“ (Das Meer) von Claude Debussy (1862-1918) gegenüber gestellt. Debussy hörte chinesische Klänge bei der Pariser Weltausstellung von 1899. Chen Qigang studierte in Paris bei Olivier Messiaen (1908-1992). Verbindungen sind also vorhanden. Zwar werden in den Beiträgen der Chinesen fernöstliche Klänge durch viel Schlagwerk, Gongs und ungewöhnliche Blasinstrumente eingebaut. Der Streicherteppich aber bildet hüben wie drüben die Grundlage.

Was nach Gag aussah, erwies sich als sinnvolles Miteinander: Der Dirigent schob die drei Sätze von Debussy und vier Teile aus einer Suite von Chen Qigang ineinander, China und Europa in ständigem Wechsel. Da in beiden Fällen Naturphänomene geschildert werden, passte das hervorragend zusammen. Chen Qigang schrieb seine Musik über Elemente, die nach dem „Buch der Wandlungen“ das Universum ausmachen: Wasser, Holz, Feuer, Metall. Debussy beschreibt musikalisch Wellen, Wind, Wasserwogen. Einen hervorragenden Eindruck hinterließen die jungen Solisten, der erst 17 Jahre alte Pianist Bi Cong und die Meisterin auf der Bambusflöte, der Dizi, Tang Junqiao.

Vor dem umjubelten Konzert hatte die Politik das Wort. Sowohl der chinesische Sonderbeauftragte Li Hongfeng als auch Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) betonten die Bedeutung kulturellen Austausches. Albig: „Nur wenn wir uns kennen, lernen wir einander verstehen. Wenn wir uns verstehen, entsteht gegenseitiger Respekt.“

Anlass für den Länderschwerpunkt China beim 27. SHMF sind die vor 40 Jahren aufgenommenen diplomatischen Beziehungen und das Chinesische Kulturjahr 2012 in Deutschland.

Überschattet wird der Länderschwerpunkt China durch den Fall des seit drei Monaten unter harschen Bedingungen in Peking inhaftierten Kunstspediteurs Nils Jennrich aus Rendsburg. Ihm wird Beihilfe zum Zollbetrug vorgeworfen, Branchenkenner zweifeln jedoch an den Anschuldigungen. Neben dem Außenministerium in Berlin ist auch die schleswig-holsteinische Landesregierung aktiv. „Wir haben auf verschiedenen Ebenen Personen angesprochen, die wiederum ihre Kontakte und Kanäle nach China nutzen werden“, sagte Kultur- und Justizministerin Anke Spoorendonk.



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