weather-image

„Große Heinz-Erhardt-Show“ bot perfekte Kopie des Humoristen – mit jedoch zu simplen Zutaten

Schelmisches Vergnügen

HAMELN. Der Schelm, wie er sich selbst nannte, starb vor 40 Jahren, doch vergessen kann und möchte man ihn und seinen Humor nie. Warum auch? Heinz Erhardt, der Humorist, Komponist, Schauspieler und Dichter hat längst seinen verdienten Platz in der Ahnengalerie der größten deutschen Entertainer eingenommen.

veröffentlicht am 04.02.2019 um 16:56 Uhr

Die Akteure der „Großen Heinz-Erhardt-Show“: Musical-Autor und Conférencier Karl-Heinz Wellerdiek, Stefan Linker als Heinz Erhardt und Karin Westfal als Bardame. Foto: HEK

Autor:

Henner E. Kerl

So verwundert es wenig, dass sein Leben auch zum Inhalt eines Musicals wurde und der große Meister der virtuosen Wortspielereien auf diese Weise weiterhin als Publikumsmagnet wirken kann. In Hameln war es am Sonntagabend wie in vielen anderen Städten zuvor „Die große Heinz Erhardt Show“, die die Fans des Blödel-Champions anlockte. Geliefert wurden bei der Aufführung in der Rattenfänger-Halle Sprüche, Reime, Gedichte, Lieder, Sketche, Blödeleien und absurdeste Wortspielereien nahezu am laufenden Band: Die von Karl-Heinz Wellerdieck verfasste Heinz-Erhardt-Hommage hatte durchaus das Zeug für ein einzigartiges Feuerwerk an Lachsalven. Allerdings: So sehr sich der Autor selbst, Karin Westfal, Ralf Steltner und vor allem Stefan Linker als Heinz Erhardt auch auf der Bühne mühten, so richtig wollte der Funke in der fast ausverkauften Rattenfänger-Halle leider nicht überspringen. Zu simpel wohl präsentierte sich das Musical mit seinen Zutaten: Der Inszenierung fehlte schlichtweg das Feuer. Drei überzeugende Schauspieler und ein guter Pianist (Ralf Steltner) allein konnten den Mangel an Action auf der kargen, dem Haus Vaterland nachempfundenen Varieté-Bühne nicht ersetzen. Nur Wortdrehereien, nur die Rezension der berühmten Erhardt-Werke wie „Die Made“, „König Erl“ und „Das glückliche Reh“ oder nur die Präsentation der Gedichte von Ritter Fips schienen den Zuschauern in Hameln einfach zu wenig. Sie hätten sich zweifelsohne mehr von den Sketchen à la „Alles mit G“ gewünscht. Denn der Ulk-Klassiker mit dem am Ende in „Gesäß getroffen“ gipfelnden Spiel um die in flagranti mit ihrem Liebhaber erwischte Ehefrau entfachte jene Begeisterung und jenen Beifall, den man von Beginn der Show an weit häufiger erwartet hätte.

An Stefan Linker lag das mit Sicherheit nicht. Er schlüpfte auf virtuose Weise in die Rolle des Willi Winzig. Über weite Strecken zeigte sich sein Spiel als beeindruckendes und täuschend echtes Spiegelbild des echten Heinz Erhardt. Auch Karl-Heinz Wellerdiek als Conférencier und Karin Westfal mit ihren glänzend rezitierten Fips-Gedichten hatten sich den anerkennenden, keineswegs aber enthusiastischen Beifall am Ende redlich verdient.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2019
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt