weather-image
In dem letzten Teil der Psychothriller-Reihe geht’s blutig zur Sache

Säg doch auch mal was – so sinnlos ist das Finale der „Saw“-Serie

Alle Jahre wieder im Oktober (bei uns ein wenig später) wird in den US-Kinos geschrien, gefoltert und gemordet. Die Opfer werden stets auf einen Parcours geschickt, auf dem sie mörderische Aufgaben bewältigen müssen. Einen Ausweg gibt es für sie nur, wenn sie bereit sind, wirklich schlimmste Dinge zu tun. Überwacht wird das Ganze von einem sadistischen Killer, dem Puzzle- oder besser: Jigsaw-Mörder (Tobin Bell).

veröffentlicht am 26.11.2010 um 14:14 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 09:21 Uhr

Augen auf und durch: Für Suzanne (Rebecca Marshall) beginnt ein mörderisches Spiel.

Autor:

Ernst Corinth
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Gestartet ist die Filmreihe unter dem Titel „Saw“ („Säge“) bereits vor sechs Jahren. Am erfolgreichsten war der zweite Teil, der in den USA 87 Millionen Dollar einspielte. Gerechnet haben sich die Filme auch bei geringeren Einnahmen, weil die Produktionskosten gering sind.

Das Erstaunliche an den „Saw“-Filmen ist das Fehlen jeglichen Sinns. Auf eine logische Geschichte wird weitgehend verzichtet. So starb beispielsweise der vorher schon schwer kranke Jigsaw-Mörder im dritten Teil, taucht aber jetzt im Finale körperlich fit wieder auf – ohne jegliche Erklärung. Was allerdings keinen Fan dieser Reihe auch nur im Ansatz zu stören scheint. Denn im Vordergrund steht bei der treuen Zuschauergemeinde die reine Angstlust. Eine halbe Million Zuschauer fühlen sich jedes Mal von den brutal-blutigen Bildern bestens unterhalten.

Und auch im siebten Teil gibt es wieder viel zu ertragen. Der aus früheren Teilen bekannte Nachfolger des Jigsaw-Mörders, der ehemalige Polizist Mark Hoffmann (Costas Mandylor), schlägt erneut zu. Richtig schlimm zur Sache geht es gleich in zwei kurzen Prologen, in denen der Killer eine monströs-tödliche Versuchsanordnung testet. Man sieht zwei junge Typen in einem Schaufenster, die sich entscheiden müssen, ob sie sich selber mittels Säge zerteilen oder ob ihre Geliebte, die gefesselt über ihnen schwebt, zersägt wird. Sie stecken in einem sadistischen Dilemma, dem beinahe eine absurde Komik anhaftet.

Im Mittelpunkt steht Buchautor und Psychoguru Bobby Dagan (Sean Patrick Flanery), der sich als überlebendes Opfer des Jigsaw-Mörders vermarktet. Was dessen Nachfolger Hoffmann nicht gefällt. Er kidnappt Dagan, sperrt ihn in einen seiner Folterparcours und quält ihn genüsslich. Dagan muss nun zeigen, ob er es tatsächlich schafft, zu überleben. Was sich die Filmemacher dabei an Torturen ausgedacht haben und wie sie diese im Detail und in 3-D-Technik zeigen, spricht für ihre ausufernde Phantasie.

Bevor man sich nun aber echauffiert über die grenzenlose Brutalität des Kinos, darf man noch mal an die reale Brutalität erinnern, an die wir uns etwa bei TV-Bildern von Kriegen und Bombenanschlägen gewöhnt haben. Und zumindest im Kino soll damit im Fall von „Saw“ ja nun Schluss sein.

„SAW 3 D – Vollendung“ läuft im Maxx-Kino Hameln täglich um 21 Uhr, heute auch um 23.15 Uhr.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare

    Kontakt

    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt