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Konzert in Hannover

Sólstafir - Sonnenstrahlen aus Island

HANNOVER. . Wenn Isländer sich ausbreitende Sonnenstrahlen beschreiben wollen, sprechen sie von Sólstafir. Auch Musikfans sprechen davon, diese aber meinen die gleichnamige Band, die am Sonntagabend im Musikzentrum auftrat und mit düsteren Melodien Besucher aus nah und fern begeisterte.

veröffentlicht am 20.06.2017 um 12:46 Uhr

Die Band aus Island will auch das nächste Album in Hannover vorstellen. Foto: gl

Autor:

Gabriele Laube
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Pünktlichkeit ist die Höflichkeit der Isländer, das Konzert von Sólstafir startet exakt um 21 Uhr. Eindrucksvoll stehen die nächsten 100 Minuten im Zeichen von „großen Sinfonien und fliegenden Noten“. So möchte Sänger Aðalbjörn Tryggvason seine visionäre Musik verstanden wissen; sein Icelandic Alternative-Rock besteht aus Elementen wie Metal, klassischem Rock, Psychodelic, Alternative und anderen Musikstilen. Damit entstehen karge Klanglandschaften, tiefe Soundfjorde und schwarze Melodie-Strände.

Mit dem epischen „Ísafold“ vom neuen Album „Berdreyminn“ – übersetzt „Träumer zukünftiger Ereignisse“ – zeigt die Band deutlich, dass sie sich von ihren Viking-Metal-Wurzeln getrennt hat. Der progressive Song kommt als dunkelschwere Rockhymne daher, getragen vom ausdrucksstarken Gesang Tryggvasons, dessen raue Stimme die isländischen Worte leidenschaftlich rauspresst.

In den verwirbelten Nebelschwaden auf der Bühne erscheinen die Musiker schemenhaft, weit entfernt. Die 415 Besucher im Musikzentrum wiegen sich im Takt zu Hallgrímur Hallgrímssons Schlagwerken zu den packenden Riffs der Lead-Gitarren von Tryggvason und Sæþór Maríus Sæþórsson und dem brummenden Bass von Svavar Austman Traustason.

Solstafir brauchen keine Showeffekte, es ist ihre Musik, intensiv und gefühlvoll, so wie sie das Publikum mag. Die schwermütigen Ballade „Necrologue“ handelt vom Selbstmord eines Freundes, gefolgt vom Appell des Inselmusikers, den Ausweg aus einer solchen Situation zu suchen. Und Überraschung bei so viel Distanz, bei „Goddess of the Ages“ erobert der Sänger die Theke, zeigt Hautnähe und sucht den Kontakt zum Publikum. Alles richtig gemacht, und zum nächsten Album werden sie wieder in Hannover sein.

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