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Fish mit neuen Songs und alten Marillion-Liedern in der Blues Garage

Rückkehr des Konzeptalbums

Hannover. Nach fast zweieinhalb Stunden ist das Hemd klitschnass. Immer wieder hat sich Derek William Dick, besser bekannt unter dem Künstlernamen Fish, mit einem großen Tuch über das kahle Haupt gewischt. Doch die ausladenden Gesten des 55-Jährigen sind schweißtreibend wie die vokalen Anstrengungen, besonders bei höheren Lagen, bei denen der Publikumschor gewisse Defizite ausgleicht. Der Brite ist einer der letzten Aufrechten des Progressive Rock, der meist eher im Verborgenen stattfindet. Und immer eine treue Fangemeinde hinter sich weiß. Die „Fishheads“ machen einen großen Teil der gut besuchten Blues Garage in Hannover-Isernhagen aus, lassen sich besonders von den alten Marillion-Songs mitreißen, die Fish in ein Medley einbaut oder bei „Script For A Jester’s Tear“ in epischer Breite zelebriert. Marillion sprangen in den 1980ern in die Lücke, die die Peter-Gabriel-losen Genesis hinterließen. Von der Musikpresse als Epigonen kritisiert, von den Fans ob ihrer vertrackten Songstrukturen geliebt, konnten Marillion vor allem mit ihrem Charakterkopf Fish punkten.

veröffentlicht am 25.09.2013 um 16:10 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 01:41 Uhr

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Autor:

VON MARTIN JEDICKE
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Heute zieht der Schotte stoisch sein Soloabenteuer durch. „Crucifix Corner“, „The Gathering“ und „Thistle Alley“ wird in einem Rutsch präsentiert und ist ein Teil des neuen halben Konzeptalbums „A Feast Of Consequences“, der sich den Grauen des Ersten Weltkriegs annimmt, dessen furchtbar jungen Opfern und der schweigenden Heimkehrer, denen die Worte für das Erlebte fehlten. Fish ist es ernst mit seinem familiär begründeten Interesse an einem Krieg, dessen Ausmaß und Schrecken vergessen zu werden drohe. Bitterböse gerät aber auch sein Blick auf zeitgenössische Phänomene wie Musik-Casting-Shows, an denen er die Oberflächlichkeit des glitzernden Showbusiness exemplarisch festmacht („All Loved Up“). Trotz ernster Themen: Fish gibt auch den witzigen Entertainer, der sein benutztes Brillenputztuch bei eBay feilzubieten gedenkt. Die instrumentalen Wonnen der meist zwischen fünf und acht Minuten langen Songs ermöglicht eine Band, die perlendes Piano, elegische Keyboards, kernigen Funk, erhebende Gitarrensoli und knackige Drums im Repertoire hat. Am Ende sind auch viele Fan-T-Shirts durchgeschwitzt.



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