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„Europäisches Programm“ beeindruckte

Reizvolle Kontraste: Konzert zum Tag der Deutschen Einheit

HAMELN. Zum Tag der Deutschen Einheit spielte das Frankfurter Kammermusikensemble St. Petersburg im Münster Werke von Bach, Händel und Rutter.

veröffentlicht am 04.10.2018 um 17:38 Uhr
aktualisiert am 04.10.2018 um 20:00 Uhr

Spielte zum Tag der Deutschen Einheit Werke von Bach, Händel und Rutter: das Frankfurter Kammermusikensemble St. Petersburg. Foto: eaw
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Autor

Ernst August Wolf Reporter
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Die Akteure sind bei den Freunden der Kirchenmusik in Hameln bekannt und beliebt. Nicht nur das Frankfurter Kammermusikensemble St. Petersburg musiziert regelmäßig im Hamelner Münster, auch die Hamburger Mezzosopranistin Sophia Holdt zieht es immer wieder in ihre Heimat. „Ich singe oft im Münster, mag diesen Raum und seine Atmosphäre“, sagt die Sängerin, die am Hamelner Schiller- Gymnasium ihr Abitur gemacht hat. Holdt liebt vor allem die Barockmusik. „Heute singe ich Johann Sebastian Bachs Kantate Nr. 170. Bei der mag ich besonders die zweite Arie ‚Wie jammern mich doch die verkehrten Herzen‘.“ Holdt hat lange Zeit bei Prof. Hans Christoph Becker-Foss in der Hamelner Kinderkantorei gesungen. Mit Leidenschaft widmet sich die Mezzosopranistin, die an der Hochschule für Musik in Detmold studiert hat, auch dem „integralen Coaching“. „Dabei geht es darum, mit der Körperfunktion Stimme den Menschen aus schwierigen Situationen zu helfen“, erklärt sie.

Zusammengestellt hatte das Programm der Musik zum Tag der Deutschen Einheit die Münster-Kantorin Maria Potaschnikova. „Ein europäisches Programm“, sagt die Musikerin. „Deutschland, Österreich und – zumindest jetzt noch – England.“ Neben den fünf Sätzen von Georg Friedrich Händels „Concerto grosso op. 6, Nr. 7“ erklang auch ein Haydn, allerdings ein Werk des jüngeren Bruders des berühmten Joseph. Mit der „Suite for string“ des 1945 geborenen Engländers John Rutter hatte Potaschnikova einen besonderen Akzent gesetzt. „Das sind sehr melodische und humorvolle Stücke“, so die Kantorin. „Rutter wird derzeit immer beliebter und er hat eine große Nähe zur Kirche.“ Stücke wie „A-Roving“, mit Vivace überschrieben, erinnerten dann auch eher an Filmmusiken denn an sakrale Musik und bildeten einen reizvollen Kontrast zum abschließenden Kantatengesang von Sophia Holdt.

Zwischen den Stücken stellte Gerd Schott, der ehemalige erste Vorsitzende des Kirchenvorstands, den inhaltlichen Bezug zum Tag der Deutschen Einheit her und schilderte seine Erfahrungen mit der ehemaligen DDR, erinnerte an Entspannungspolitik, kleinen Grenzverkehr, Zwangsumtausch, Schülerreisen und die nachteiligen Wirkungen der Treuhand nach der Wiedervereinigung. „Da haben die Besserwessis viele Fehler gemacht, die sich noch heute auswirken“, so Schott kritisch.

Das von der ersten Geigerin Julia Orlova sehr einfühlsam geleitete Kammerensemble, die Sängerin sowie Maria Potaschnikova als Dirigentin und an der Truhenorgel wurden von den gut 60 Konzertbesuchern mit langanhaltendem Beifall und der Forderung einer Zugabe belohnt.



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