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Galerie „arche“ zeigt „Verkörperungen“ von Barbara Toenne

Reizvolle Formenspielereien

Hameln. Der alte Opernstreit, schon aus Mozarts Zeiten, ob es nun „prima la musica, poi le parole“ heißen müsse – oder eher umgekehrt - hatte sein Pendant schon lange zuvor, als sich Florenz und Venedig um die Vorherrschaft von Linie oder Farbe stritten. Michael Stoeber als Laudator - wie immer ohne Manuskript und freihändig - versuchte bei seinem hinreißenden Parforceritt zur Einführung in das Werk von Barbara Toenne am Freitagabend in der rappelvollen „arche“-Galerie die beiden Gegensätze bei der Künstlerin zu vereinen. Immerhin und nichts weniger: Das Rationale und die Erfassung der Welt über die Linie, wie Stoeber es ausdrückt, oder das Emotionale, durch das Prisma des Gefühls, in Balance zu bringen. Denn beide Kräfte kumulieren in den Arbeiten von Barbara Toenne.

veröffentlicht am 15.01.2012 um 14:06 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 20:21 Uhr

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Autor:

Richard Peter
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So eigenwillig wie faszinierend und typisch: Die Transparenz ihrer Folien-Bilder, die sie, weil das Material es geradezu bedingt, dazu herausfordert, sie von beiden Seiten zu bearbeiten. An dem Diptychon „Erwachen 1“ und „Erwachen 2“ erklärte Stoeber sowohl die Technik mit der Toenne arbeitet, nämlich mit Katzspuren und Farbaufträgen, die sie wieder abnimmt, neu aufträgt – aber auch die Topografie der Bilder mit ihren Fenstern, die wie Augenaufschläge wirken.

Diese Technik überzeugt vor allem in den zylindrischen Arbeiten, in denen die Mehrdimensionalität, je nach Standort, eigenwillige Wirkungen erzeugt. Hier verbindet sich ein weiteres Gegensatzpaar, Bild und Plastik, zu einer Einheit. Reizvolle Formenspielereien wie in „Creatur“, wenn Toenne die Folie mit Fön bearbeitet und zu floralen Formen gestaltet. Typisch auch die Überlagerungen – und ein kleiner Stoeber-Exkurs von Newton zu Einstein, bei dem sich Zeit und Raum so ganz anders darstellen und, auch in der Kunst, zu völlig neuen Ausdrucksformen führen. Neben den großformatigen Exponaten zeigt die arche auf der Galerie wunderschöne kleinere Arbeiten wie eine Neunerreihe, in der Fläche und delikate Liniengespinste abwechseln, sich zu immer neuen Formen zusammensetzen.

„Verkörperungen“, plakativ als Ausstellungstitel, meint allerdings nicht den Körper im anthropologischen Sinn, wie Stoeber feststellt, drückt sich vielmehr in ihrer Dreidimensionalität aus. Eine ebenso schöne wie spannende Ausstellungseröffnung mit völlig neuen, reizvollen Bildeindrücken.

Barbara Toenne, Verkörperungen, bis 12. Februar jeweils Mittwoch 11 bis 13 Uhr sowie sonnabends 10 bis 13 Uhr und sonntags 11 bis 14 Uhr.



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