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„Shadowland 2“ entführt die Zuschauer im Theater am Aegi in eine wundersame Welt aus Licht und Schatten

Reine Handarbeit

HANNOVER. „Shadowland“ – das klingt groß und unheimlich. Dabei ist das Schattenreich, in das die US-amerikanische Tanztheatertruppe Pilobolus ihr Publikum entführt, eher poetisch und possierlich.

veröffentlicht am 11.01.2017 um 16:17 Uhr
aktualisiert am 27.01.2017 um 11:48 Uhr

Shadowland 2 mit der Tanztheatertruppe Pilobolus Foto:Frank Wilde

Autor:

Kerstin Hergt
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Nach ihrer weltweit erfolgreichen ersten Version um ein Mädchen auf Entdeckungsreise im Land der Schatten, tourt die bereits 1971 gegründete Company aus Connecticut nun mit dem zweiten Teil durch Europa. Auch wenn „Shadowland 2“ keine Fortsetzung der vorherigen Story ist, geht es im Kern um dieselbe Sache: herkömmliche Sehgewohnheiten abzulegen.

Pilobolus präsentiert Pantomime in ihrer radikalsten Form. Die zehn Darsteller agieren größtenteils hinter einer beleuchteten Leinwand. Je nach Abstand der Lichtquelle erscheinen ihre Silhouetten mal überirdisch groß, mal auch winzig klein.

Erzählt wird von einem Paar, das in einem Warenlager arbeitet und eines Tages aus einem Karton ein Vogel-Strauß-Küken befreit. Das Wesen entführt sie in eine wundersame Welt, wird jedoch von einem Bösewicht bedroht. Eine abenteuerliche Verfolgung bis hin zu einem fremden Planeten beginnt. Schließlich rettet das Paar den Laufvogel und findet selbst sein Glück. In comichaften Bildern wird das Verhältnis von Mensch, Natur und Technik beleuchtet.

Wer eine mit Artistik, Licht- und Soundeffekten aufgebrezelte Show erwartet, reibt sich die Augen ob der Einfachheit dieser ganz auf die Ausdruckskraft des Körpers zielenden Vorstellung. Die Bewegungsabläufe folgen keiner komplizierten Schrittfolge, sondern setzen sich eher aus alltäglichen Gesten zusammen. Erst durch das Spiel mit Licht und Schatten werden sie kunstvoll in Szene gesetzt.

Von Londoner Sehenswürdigkeiten über alle möglichen fahrbaren Untersätze bis hin zu Außerirdischen stellen die Akteure beinahe alles mittels Händen, Armen und Beinen dar, was sie an Figuren und Requisiten für ihre Geschichte brauchen. Dazu erklingt im Hintergrund ausgeruhte Singer-Songwriter-Musik von David Poe.

Alles ist Handwerk. Und Timing. Hier sitzt jeder Fingerzeig zur richtigen Zeit, um die Illusion des Schattenspiels aufrechtzuerhalten. Für Sekunden erhaschen die Zuschauer beim blitzschnellen Drehen der Leinwände immer wieder einen Blick hinter die Kulissen. Doch so genau will man da gar nicht hinschauen. Zu groß ist die Gefahr der Entzauberung.

Nach nur einer Stunde ohne Pause ist schon Schluss. Dafür gibt es als Zugabe einige kunstvoll getanzte Hannover-Ansichten von Rathaus und Zoo. Herzlicher Beifall.

„Shadowland 2“ ist noch bis Sonntag, 15. Januar im Theater am Aegi zu sehen. Am Wochenende gibt es täglich zwei Vorstellungen. www.hannover-concerts.de



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