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Gerard Butler in der Medienkritik „Gamer“

Reales Killerspiel

Gerade hat die Verbraucherzentrale eine warnende Broschüre herausgebracht über Nanotechnologie und darüber, wo sie uns im Alltag begleitet – da kommt die dazu passende Horrorvision ins Kino. Nanozellen habe die Gehirnzellen der Menschen mutieren lassen. So können sogenannte Gamer auf einen Körper zugreifen und ihn virtuell in einer realen Welt steuern. Was als quietschbunte sims-artige Welt namens „Society“ beginnt, wird schnell zum pervers tödlichen Ernst. Zum Tode verurteilte Verbrecher werden rekrutiert, um reichen Spielern als Kanonenfutter zu dienen – Killerspiele in Reinkultur. Das macht Spaß und hält die Kosten für die Staatsgefängnisse in Schach. Außerdem: Wer 30 Runden lang am Leben bleibt, wird begnadigt.

veröffentlicht am 08.01.2010 um 23:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 11:41 Uhr

Autor:

Niklas Thoma
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Die neue Variante der Medienkritik, die jüngst schon in „Death Race“ und „Die Todeskandidaten“ so brutal und anschaulich auf die Leinwand gebracht wurde, hat ihren ästhetischen Reiz. Die Hardcore-Action der Ballersequenzen, gemischt mit den teils völlig überdrehten Sequenzen aus „Society“ oder mit dem psychopathisch ruhigen Erfinder der Technologie, Ken Castle, geben zwar unterm Strich nicht viel Zeit, um kritisch über Gefahren der voranschreitenden Digitalisierung der Welt nachzudenken. Aber genau wie die Gamer beim Ballern hat das Publikum seinen leicht verdaulichen Spaß – trotz eklig hohen Bodycounts und durch die Gegend fliegender Fleischteile.

Gerard Butler beweist einmal mehr, dass er so ziemlich jedes Genre beherrscht, aber gerade wenn es um Action geht, eine besonders gute Figur macht. Michael C. Hall als Oberbösewicht und Medientycoon Castle ist – obwohl völlig überkandidelt – ein wahrer Genuss. Zwar wusste man schon seit der Erfolgsfernsehserie „Dexter“, dass Hall eine perfide Ader hat, doch in „Gamer“ wird der Schauspieler zum kuriosen Bonus. Sonst wäre es vor lauter Geballer mit der Gesellschaftskritik nicht weit her.



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