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Level 1 der Reihe „Kunst im Sumpf“ bestanden

Rattenprinz ohne Rattenfänger

Hameln. Franka Es hat ein Theaterstück geschrieben. Es handelt von einem Prinzen, der in eine Ratte verwandelt wird und von einem Mädchen namens Klara, das ihn wieder zurückverwandeln soll. Um ein Heilmittel für den Prinzen zu finden, machen sich die beiden auf eine Reise. Und die geht mal richtig ab! Eine Fee will Rache, weil man sie gefangen genommen und gefoltert hat, ein Seeungeheuer muss gekillt werden, die Unterirdischen, die unter der Erde in Stollen leben, feiern ein Fest für Klara, ein goldener Vogel weiß auf alles einen Rat und ein cooler Geist aus einem Spiegel macht einen auf verständnisvollen besten Kumpel.

veröffentlicht am 21.02.2016 um 15:16 Uhr
aktualisiert am 25.10.2016 um 10:26 Uhr

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Autor:

Rüdiger Pradella
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Als Schauplätze wählt die Autorin aufsehenerregende Orte wie eine Scheune, in der es aussieht wie in einer Scheune oder eine WG, in der ein Junge namens Eugen und ein Dachs, der auch mal ein Mensch war, wohnen. Und es gibt da noch den Thronsaal der bösen Fee, der aussieht, wie der Thronsaal einer Fee nun mal aussieht.

Die Folge sind aus dem Leben gegriffene Dialoge wie der zwischen den WG-Bewohnern: „Ist die Ratte ein Freund von dir?“, „Ich kenn’ ihn von früher.“, „Ist er okay?“, „Die Ratte klappt den Klodeckel nicht hoch.“ Zum Leben erweckt wird diese Szenerie von den beiden Schauspielern Luise Audersch und Denis Geyersbach. Da sie zig Rollen zu zweit lesen und mit Leben füllen müssen, haben sie einen besonderen Kniff parat. Ein schwarzer Stift, schnell abwischbar, hilft ihnen, die Figuren darzustellen. Die Ratte hat einen Schnurrbart, der Vater der Heldin hat einen Schnauzbart, der goldene Vogel hat zwei große Augen. „Vorsicht, ich habe eine sensible Stirn“, meint Audersch gequält, als ihr Kollege ihr ein Katzengesicht auf die Stirn zeichnet.

Mit der Reihe „Junge Kunst im Sumpf“ soll jungen Künstlern eine Chance gegeben werden, sich und ihre Kunst der Öffentlichkeit zu präsentieren. Das Ganze ist verbunden mit einer Bonusaktion: Von den fünf Veranstaltungen müssen vier besucht werden, dann ist die sechste, eine Überraschungsveranstaltung, kostenlos. „Wer da kommt, wird aber noch nicht verraten“, meint Linda Meier, Geschäftsführerin der Sumpfblume. „Vielleicht holen wir ja Rammstein, wer weiß.“ Die Geschichte vom Rattenprinzen und seinen Freunden geht natürlich gut aus. Der Prinz sieht ein, dass er Mist gebaut hat, die böse Fee erkennt, dass Rache auch keine Lösung ist und Eugen und der Dachs chillen immer noch in ihrer WG. Am Ende gibt es auch so etwas wie Liebe, aber nicht wirklich. „Ich finde eine Geschichte muss nicht immer ein Liebesende haben“, meint Franka Es und schickt deshalb ihre Heldin Klara noch einmal auf eine eigene Reise durch die Welt. Der Rattenprinz verspricht, in seinem Schloss auf Klara zu warten. Ein modernes Stück für eine Generation voller Flexibilität und Selbstfindungsphasen. Echt mal was anderes.



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