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Rap und Religion im Theater-Workshop

Die Uhr zeigt 13.15 Uhr. Hip-Hop-Beats poltern durch das Forum der Elisabeth-Selbert-Schule. Rapperin Reyhan Sahin, bekannt als „Lady Bitch Ray“, motzt aus den Boxen. Nein, hier turnt keine Breakdance-AG. Hier sitzt ein Dutzend Schüler im Stuhlkreis und hört Musik. „Mit diesem Song möchte ich beginnen“, sagt Theaterpädagoge Mark Kewitsch. Sahin rappt: „Ich hab’s nie leicht gehabt, ihr habt’s mir schwer gemacht, doch ich hab’s weit gebracht.“

veröffentlicht am 24.01.2012 um 15:37 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 19:21 Uhr

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Was das mit dem Theaterworkshop zu tun hat, an dem die Sozialassistenten der Klasse 2c teilnehmen? „Auch Sahin hat Migrationshintergrund, ist studierte Germanistin und hat ihre Doktorarbeit über die Bedeutung des muslimischen Kopftuches geschrieben“, erklärt Kewitsch. Anlass für den Workshop ist das Schauspiel „Schwarze Jungfrauen“, das im Theater aufgeführt wird. Die Schüler möchten sich die Aufführung ansehen. Und vorher ein paar Fragen beantworten.

Zur Auflockerung gibt es Theaterspiele. Aufstehen – einen neuen Platz suchen – Hinsetzen. Das machen alle, die schon mal einen Döner gegessen haben. Alle, die türkische Freunde haben. Alle, die schon mal eine Moschee besucht haben. Auf dem Fußboden ist mit Klebeband eine Linie markiert. Nach dem „1-2-oder-3“-Prinzip beziehen die Schüler Stellung zu Kewitschs Thesen. „Mit Kopftuchfrauen spricht man nicht?“ Viele wechseln die Seite, antworten mit Nein. „Der Islam unterdrückt Frauen?“, lautet die nächste Frage. Sie wirft eine Gegenfrage auf: „Dürfen wir auch auf der Linie stehen, wenn wir mit ,Vielleicht‘ antworten möchten?!“

Suna Baris, Koordinatorin des Familienbüros im Hamelner FiZ, hat Mitbringsel ausgepackt. Ihr geht es darum, Vorurteile gegenüber dem Islam abzubauen. „Viele Mädchen tragen heute das Kopftuch aus modischen Gründen“, sagt sie – und zeigt die unterschiedlichsten Arten, solch ein Tuch zu binden. Dann bereitet sie den Seccade, ihren Gebetsteppich, aus und demonstriert in Socken und mit Kopftuch, wie sie mehrmals täglich betet. „Das Thema interessiert mich, weil ich im Kindergarten oft mit Müttern zu tun habe, die Kopftücher tragen“, sagt eine Schülerin. Wie ihr geht es vielen, die während der Ausbildung im Kindergarten arbeiten. Am Ende haben die Schüler Texte verfasst und Interviews auf Video aufgezeichnet. Die Uhr an der Wand zeigt 14.50 Uhr. are



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