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Pure Lebenslust im Ristorante

Hameln. Lebenslust pur mit "Pasta e Basta" mit den Hamburger Kammerspielen am Freitagabend auf Hamelns Bühne. Fünf Solisten der Extraklasse, die den italienischen Liederabend zum unvergesslichen Erlebnis werden ließen - verstärkt um  Hamelns Theaterchefin Dorothee Starke als Dorata Forte an den Pasta-Töpfen.  Ein bezaubernder Abend, wie unser Kritiker Richard Peter fand

veröffentlicht am 11.03.2012 um 13:24 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 14:21 Uhr

kultur
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Von Richard Peter

Hameln. Nudelsüchtige aller Länder vereinigt euch! Angerichtet: Pasta. Basta! Lebensfreude pur und von den römischen Nachfahren zum kulinarischen Kult stilisiert. Dazu eine vokal-gespickte Sprache, die von selbst zum Singen animiert. Und ein ganzer „Stiefel“ voller Sonne. Kein Wunder, dass die rot und kantabel bei Capri untergeht. Es waren die 60er-Jahre, die nicht nur bei den Nordlichtern die Sehnsucht nach dem Süden weckten, als sich Rimini und Caorle zum Teutonengrill mauserten und die ersten Knofeldüfte ahnungsvoll unser Land streiften. Seitdem wurden ganz andere Küsten erobert und auch andere Küchen. Und dennoch nicht nur nostalgisch, als es am Freitagabend auf unseren weltbewegenden Brettern „Pasta e Basta“ hieß – und wie nebenbei: Theaterchefin Dorothee Starke als Dorata Forte abendfüllend an den Pasta-Töpfen – während das Kammerspiel-Ensemble aus Hamburg singt und singt, bis es im furiosen Finale nur noch „Grazie, Grazie“ heißt und „Buona notte“.
 Ein bezaubernder Liederabend locker verhandelt in einer Ristorante-Küche, wo nicht der Herd im Zentrum steht, sondern ein Flügel mit Maestro Dietmar Loeffler als Paolo Checconte auf dem Hocker, der die Chose sowohl erfunden als auch inszeniert hat und als Prototyp eines Pastakochs durchgehen könnte. So viel Italiener ist selten. Alexander Wipprecht als etatmäßiger Koch Vico Torrone, der als Tessiner auch das Schweizerdeutsch beherrscht und auch für die „Caruso-für-Arme“-Einlagen und „Parole“ zuständig ist, aber auch für die Elvis-Show und einem Falsett der Extraklasse. Sinnig: Torrone erinnert an Vico Torriani, der übrigens in Basel ein Top-Restaurant führte.
 Tommaso Cacciapuoti als Fred Buscalige – genau das, wonach sich Bottroper Sekretärinnen als Urlaubsflirt sehnten – mit den großen Balladen. Und dann: zwei Schauspieler-Sängerinnen: Love Newkirk als Mina Mia gospelgeschult mit einer hinreißenden Gläser-Abwasch-Nummer. Und mucksmäuschenstill das Publikum bei „Four woman“. Denn das war der Liederabend bei allem Klamauk und überbordender Spiellaune auch noch: plötzlich ganz ernst, traurig und verhangen.  Nur: Bevor die Tränen tropfen konnten, wurde wieder der Turbo angeworfen. Vor allem auch von Carolin Fortenbacher als Katja Wahl-Ente, die nicht nur mit Ohrwürmern à la Valente glänzte und einer Stimme mit Top-Höhen und ganz tief unten und was es so an Zwischentönen, rein oder gebrochen, gibt. Und manchmal Orkanstärke erreicht. Eine Komödiantin reinsten Grappas mit exzellenter Beinarbeit, die nichts, aber auch rein gar nichts aus der Comedy-Kiste auslässt. Einfach hinreißend.
 Wie der ganze Abend mit „Buona Sera Signorina“, „Carina“, „Quando, quando“ oder „Zwei kleine Italiener“ um nur die Bekanntesten zu nennen und als liebenswerter Irrläufer: „Für Elise“. Ein bezaubernder Abend voll mitreißendem Temperament mit ganz, ganz großen Künstlern und unserer bewundernswert kochenden Theaterdirektorin.

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