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„Einmal Schneewittchen, bitte“

Puppenspielerin Anna Wagner-Fregin im Hamelner TAB gefeiert

HAMELN. Poetisch, frech, fantasievoll, Alt und Neu bunt gemischt und alles mit viel Liebe und Können ausgespielt – ein perfektes Rezept dieses „Einmal Schneewittchen, bitte“ aus der Märchenapotheke. Und die hat am Sonntagnachmittag mit dem „Theater Anna Rampe“ ihren Stand im TAB aufgebaut. Bühne auf der Bühne und die Kinder traditionell auf dem Boden-Lager mit Bewegungsfreiheit. Regenschauer draußen und mit Schirm beginnt auch das Spiel in der Märchenapotheke.

veröffentlicht am 14.01.2019 um 19:26 Uhr
aktualisiert am 14.01.2019 um 20:50 Uhr

Zutiefst anrührend anzuschauen war es, wie Anna Wagner-Fregin mit ihren Puppen umgeht. Foto: Klaus Zinnecker/pr
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Autor

Richard Peter Reporter
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Vor allem aber mit Pako, einem bezaubernden Bassett mit langen Schlappohren, die erste von vielen liebenswerten Überraschungen und spielerischen Einfällen. Einfach zum Knuddeln und von Anna Wagner-Fregin als Hand-Puppe so witzig wie anrührend geführt. Und Pako auch als Märchenerzähler und „Es war einmal...“, weil Schneewittchen bei den Grimm-Brüdern tatsächlich so beginnt.

Aus dem rot-weiß-schwarzen Baby – rot wie Blut, weiß wie Schnee und schwarz wie Ebenholz – wird eine kleine Schönheit, was der Spiegel, der von der neuen, so eitlen Königin ewig nach der Schönsten befragt, mit dem berühmten „aber Schneewittchen ist tausendmal schöner als Ihr“ beantwortet. Das gibt natürlich mehr als Ärger. Die kleine Prinzessin wird mit dem Hof-Jäger in den Wald geschickt, wo er sie töten soll, aber Mitleid mit dem Mädchen hat.

So kommt sie zum Haus der sieben Zwerge – natürlich auf Pakos Rücken – und darf dort bleiben. Zweimal versucht die Königin, die schöne Konkurrentin aus dem Weg zu räumen – aber am Schluss, weil Pako zuverlässig auch fürs Happy End zuständig ist, bekommt sie, wie im Märchen vorgesehen, natürlich ihren Prinzen. Ein Traummärchen als Märchentraum – allein die Zwerge mit ihren, von Anna Wagner-Fregin so unterschiedlichen Stimmen und Dialekten reizvoll ausgestattet – der Chef mit Schwyzerdütsch, einer im Ruhrpott-Slang und der ganz Kleine, der ein bisschen an Sid erinnert, mit Piepsstimme.

Wie nebenbei Worterfindungen wie „Herdanziehungskraft“, weil Schneewittchen auch kochen kann. Und das als Prinzessin. Verspielt pompös die eitle Königin und der Spiegel faszinierend mit seiner tiefen, geheimnisvollen Stimme.

Vor allem aber: zutiefst anrührend, wie Anna Wagner-Fregin mit ihren Puppen umgeht, ihnen nicht nur ihre so variable Stimme leiht, Schneewittchen ganz behutsam schlafen legt oder auch mal robust die Zwerge umsiedelt. Immer zu spüren, mit wie viel Liebe und Profession – Regie: Daniel und Regine Wagner – hier bis ins kleinste Detail gearbeitet, die Musiken ausgewählt und Situationen bedient werden.

Zum Schluss darf Pako mit seiner Chefin Walzer tanzen – und wenn sie nicht gestorben sind, tanzen sie heute noch.



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