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Michael Weston King bei „Sunday Surprise“

Protestsongs und Pfefferminztee

Hameln. Mehr als nur ein Hauch Bob Dylan zog da durchs gut besuchte Café der Sumpfblume beim Auftritt von Singer-Songwriter Michael Weston King und Alan Cook, seinem Begleiter auf der Steel-Gitarre. Vielleicht lag’s am anfangs konsumierten Pfefferminztee, dass sich schon beim ersten Titel ein 60er Jahre-typisches Protestsong-Feeling einstellte. Sicher, Weston, der sich diese Musikkultur als Nachgeborener erst erarbeitet hat, mischt auch eigene und zeitgenössische Texte und Lieder in sein Programm, ist jedoch immer dann am stärksten, wenn er historische Protestsongs unverfälscht präsentiert.

veröffentlicht am 31.01.2011 um 14:29 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 03:41 Uhr

Michael Weston King und Alan Cook. Foto: eaw

Autor:

Ernst August Wolf
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Im Publikum einige ergraute Endfünfziger mit glänzenden Augen, die ihre Damen enger fassten und in Erinnerungen schwelgten.

Der Barde mit Blümchenkrawatte und Ballonmütze singt mit klarer offener Stimme ausdrucksstark die immer wieder gestellten Fragen und unveränderlichen Wahrheiten wie etwa Alfred Brians 1915 als Protest gegen das amerikanische Engagement im Ersten Weltkrieg entstandenes „I didn’t raise my boy to be a soldier“. Die Lieder gelingen Michael Weston King dabei erfreulicherweise gänzlich ohne historisierendes Pathos und unangebrachte Sentimentalität. Das Publikum ist zu Recht beeindruckt und ergriffen.

Ja, so stellt der Sänger im Pausengespräch fest, heute seien die Gründe für Protest viel gravierender als damals, doch sei die Protestsong-Kultur im Medienbetrieb marginalisiert. Die Gründe? Der Sänger zuckt die Schultern. „No idea.“



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