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Der Gott der Slide-Gitarre: Landreth mit Bluesrock in der Bluesgarage

Prince Sonny, der Thronfolger

Hannover-Isernhagen. Ob Prince Charles je König von Großbritannien wird, steht in den Sternen. Ob Sonny Landreth Eric Clapton als Gitarrengott ablösen wird, ist eher ein Thema unter Fans. Die stehen nach dem Konzert in in Grüppchen, diskutieren und belegen ihre Ansichten mittels Luftgitarrengriffen. Landreth, der Autogramme gibt, mag dies weniger interessieren. Vom Naturell her introvertiert, wirken die Zwischenansagen bemüht, die verbale Kommunikation zwischen den Musikern beschränkt sich auf eine Bandvorstellung. Das Zusammenspiel des Bassisten David Ranson mit dem Schlagzeuger Mike Burch bildet ein solides Fundament für die Gitarrenkünste des 58-Jährigen aus Louisiana. Die lassen die Gäste staunen, denn Landreths Technik ist außergewöhnlich. Der Amerikaner spielt mit einem Pick am Daumen Melodien, begleitet diese mit den anderen Fingern, dazu saust das Röhrchen am kleinen Finger der rechten Hand munter das Griffbrett hinauf und hinunter. Fingerpicking, Slidefahrten, Bluesakkorde, Rockriffs, in Soli allerlei Gimmicks, die aber nie ausarten, nie Selbstbeweihräucherung sind.

veröffentlicht am 15.05.2009 um 23:00 Uhr
aktualisiert am 03.11.2016 um 04:21 Uhr

Autor:

Martin Jedicke
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Instrumentals zwischen Bluesrock („Native Stepson“) und Boogie („Pedal To Metal“) wechseln sich ab mit Songs, denen Landreth seine helle Stimme leiht. Die Dreierkonstellation der Liveband lässt leider recht selten die Zydeco- und Cajun-Untertöne der Songs hervortreten. Landreths Gitarrenfinessen aber finden nicht in den Charts statt, bleiben Spartenmusik – und festigen seinen Ruf als „Musician’s Musician“.



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