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Brass Band Berlin im Großen NDR-Sendesaal

Pointen am Fließband mit Jux und Anspruch

Hannover. Weihnachten ist vorbei. Silvester steht vor der Tür. Wie lässt sich ein Abend zwischen den Feiertagen sinnbringend füllen? Ganz klar: mit einem Brassband-Konzert der humorigen Sorte. In diesem Genre gibt es eigentlich nur eine Band, die für einen solchen Anlass in Frage kommt: die Brass Band Berlin – ein Zusammenschluss von Berliner Orchestermusikern, die sich in ihrer Freizeit als Slapstick-Musiker mit „Witz, Charme & Frack“ versuchen. Sie schaffen es am Samstagabend spielend, den Großen Sendesaal des NDR-Funkhauses (fast) komplett auszuverkaufen. Anwesend ist ein Publikum, das in der Mehrzahl wohl schon mal ein Konzert von James Last verfolgt haben könnte. Dessen Erfolgsmotto lautet: „Hits A-GoGo“, Melodien für Millionen, dargeboten im Blechbläsererkennungssound. Genau das, nur im Brassbandformat, ist auch das Erfolgsrezept der Brass Band Berlin – mit ein wenig mehr Anspruch und noch mehr Jux und Dollerei.

veröffentlicht am 30.12.2012 um 17:12 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 08:21 Uhr

Autor:

Bernd Schwope
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Mit einem minimalen Basiswissen um Jazz und Klassik sind die gespielten Melodien des Abends leicht zu erkennen. Im Grunde ist alles dabei, was auf eine ewige Bestenliste der Evergreens gehört: Glenn Millers „In The Mood“, Benny Goodmans „Sing Sing Sing“, Mancinis „Baby Elephant Walk“ oder „When The Saints Go Marching In“ auf der Jazzseite, auf der Klassikseite natürlich Ravels „Bolero“, der „Donauwalzer“ und „Wagner in Dixieland“– ein beswingtes Medley knackiger Wagner-Motive. Das ist hervorragend gespielt, abwechslungsreich arrangiert, aber auch ein wenig spannungsarm.

Dass an bestimmten Stellen die Pistole knallt oder der Saxofonist sich bewusst verspielt, ist fast schon vorhersehbar. Aber auch gewünscht.

Garantierten Spaß soll der Abend bringen. Mit Pointen am Fließband. Und er soll dabei noch ein wenig Hochkultur transportieren. Insofern machen die Berliner ihren Job gut. Bandleader Thomas Hoffmann, selbst kein Bläser, sondern Perkussionist, gibt den aufgedrehten Entertainer. Er hat als Schlagwerker ein paar tolle rhythmische Tricks parat. Und als Conférencier noch mehr Gags. Singen kann er auch noch. Besonders schön gelingt ihm das bei dem von Marilyn Monroe berühmt gemachten Schmachtfetzen „I Want To Be Loved By You“. Ein Wunsch, der Wirklichkeit wird.

Das Publikum liegt Hoffmann und seinen Berliner Blechbläsern zu Füßen. „Unsere Freude beginnt erst, wenn wir andere zum Lächeln bringen“, zitiert Hoffmann ein indisches Sprichwort. Schön gesagt, schön gespielt. Wenn 2013 so wird wie dieses Konzert, na dann, viel Spaß.



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