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Volles Haus zur Spielplanrevue im Theater mit dem Abschied von Theaterleiterin Dorothee Starke

Perfekt inszenierte Stabübergabe

Hameln. Sag’ beim Abschied – von wegen: „leise Servus“. Im Gegenteil: ein „unheimlich starker Abgang“ für und von Dorothee Starke, die acht Jahre lang für Theater – positives – in der Rattenfängerstadt sorgte und mit der Spielplanrevue 2016/17 beeindruckend Abschied nahm. Volles Haus inklusive. Und dramaturgisch meisterlich und wie für heute geschrieben: Lessings „Ring-Parabel“ aus dem „Nathan“ mit dem Theater Poetenpack. Gezähmte Moderne – und vielleicht gerade deshalb beeindruckend. Keine Ideenträger auf Kothurnen – ein sehr menschlich schlichter Nathan.

veröffentlicht am 29.04.2016 um 16:18 Uhr
aktualisiert am 25.10.2016 um 10:10 Uhr

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Autor:

Richard Peter
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Auf den „Weisen“: Starkes Credo aufs Theater. „Jede Vorstellung einzigartig“, wie sie sagt, „gelebte Utopie“ – und ebenso raffiniert, witzig, intelligent und fantasievoll ihr Vorgriff auf 2046 – und Detmold natürlich immer noch mit von der Partie und der Brandschutz von Jahr zu Jahr erhöht – selbst die Fassade des Theaters wieder Anthrazit gestrichen. Und weil das Rathaus längst an der Weser residiert, der Rathausplatz in Theaterplatz umbenannt. Würde auch passen, wenn das Rathaus stationär bleibt. Der Bildungscampus ist Realität geworden und das kleine Kino ohne Hexel Hille Heimat für das ehemalige Tanztheater Hagen. Utopie der Utopie: Die Sponsoren stehen Schlange. Und Starke von Bremerhaven als Stiftsdame plötzlich in Fischbeck. Mit Theater-Abo. Nichts als goldene Zukunft.

Keine Floskel bei Starke: Dank an ein „wunderbares Team“ und ein ebenso „wunderbares Haus“ und „toi, toi, toi“ auf den Bühnenboden geklopft, der eigentlich bespuckt werden will. Die verschiedenen Abos für die Abonnenten, die das Theater füllten, kurz von Dramaturgin Inka Voß und Dorothee Starke vorgestellt. „Umgekehrt ist auch gefahren“, wie es im „Rosenkavalier“ heißt – und dem frühen Starke-Abschied Tribut gezollt, weshalb das Programmheft erst später nachgereicht wird. Nomen est omen – das „Theater die Baustelle“ aus Köln steckte im Stau, scheiterte vermutlich an einer Baustelle auf der Autobahn und das Musical „Der Mann von La Manche“ blieb sozusagen auf der Strecke. Dafür ein anderes Musical mit dem Theater für Niedersachsen mit Ausschnitten aus „Avenue Q“ als Puppenmusical im frühen Probenstadium.

Nach der Pause: Podewitz, Willi und Peter, mit ihrem Kabarett „Die schon mal gesehen?“ und Brötchen von „Weltmeister“ bis „Vorrundencroissants“ und wahlweise „Nathan, das Weizenbrötchen“ – und beliebt-beliebige Späße über Englisch-Denglisch und hübsch variiert „Come in and burn out“ für den Slogan „Come in and find out“.

Abschied: Dorothee Starke verlässt Hameln.

Überraschend und von Chefin zu Chef: Starke mit Wolfgang Haendeler und erkundet, was uns mit dem Neuen so alles „blüht“. Und angekündigt, dass sich auch Stadtgeschichte künftig im Programm finden wird. Erstmals die Pyrmonter Theater Companie auf Hamelns Bühne mit einem Ausschnitt aus Süskinds „Der Kontrabass“ mit Jörg Schade. Ab jetzt auf die Leinwand projiziert: „Schön war’s – DANKE“. Und von Oberbürgermeister Claudio Griese erinnert, dass er von Starke erinnert wurde, dass das Theater „keine Schunkelbude“ sei. Es ging, wie fast immer: ums Geld. „Danke für Ihre Leistung“, so Griese und die „Rattenfängerratte“, die sich quasi selbst fangen kann, überreicht. Kai Metzger, Detmolds Intendant, ebenfalls unter den Gratulanten und mit „Tusnelda“-Bier angereist. Auf der Bühne, mit einer Rose für den Garten, die Mitarbeiter.

Finale mit Lortzings „Zar und Zimmermann“ mit den Detmoldern. Auch das dramaturgisch eine Klammer: Immerhin kurte Zar Peter in Pyrmont. Da war Dorothee Starke – mit viel Applaus gewürdigt – bereits gegangen. Aber bewundernswert – der Neue war da. Eine perfekte Stabsübergabe. Fast schon olympiareif.

Ein etwas anderes Musical mit dem Theater für Niedersachsen: Silvester wird das Puppenmusical „Avenue Q“ aufgeführt.

Fotos: Wal (2)



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