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Salzburger Festspiele: Ein Mammutspektakel künstlerischer Extraklasse

Passion, Leidenschaft, Ekstase

SALZBURG. Passion, Leidenschaft, Ekstase – das sind die Schlagworte, die das am Freitag eröffnete Salzburger Festspielprogramm zusammenhalten sollen. Es ist ein künstlerischer Kraftakt: Präsentiert werden fünf Opern- und vier Schauspiel-Neuinszenierungen, dazu zahllose Orchester-, Solisten und Kammerkonzerte, Lesungen, Symposien – alles in allem finden bis zum 30. August mehr als 200 Aufführungen an 18 Spielstätten statt.

veröffentlicht am 20.07.2018 um 15:44 Uhr
aktualisiert am 20.07.2018 um 21:20 Uhr

Das größte Opern- und Musikfestival, die Salzburger Festspiele, hat seine Pforten geöffnet. Unser Bild zeigt eine Szene aus Hugo von Hofmannsthals Stück „Jedermann“, das morgen seine Premiere feiert. Bis 30. August finden mehr als 200 Aufführungen an

Autor:

Georg Etscheit

Doch die pompöse Festspielmaschinerie in Salzburg schnurrt beinahe lautlos vor sich hin. Nach der turbulenten Zeit von Festspielintendant Alexander Pereira und einer unspektakulären Interimsphase ist das größte Opern- und Musikfestival der Welt unter Markus Hinterhäuser in ruhigem Fahrwasser angelangt. Der jugendlich-locker auftretende Kulturmanager und Pianist widmet sich auch in seiner zweiten Saison dem, was er am besten kann: Programme zusammenstellen, die vielen Geschmäckern gerecht werden und dabei auch Überraschendes und Hintergründiges bereithalten.

Eröffnet wird der Salzburger Opernreigen mit einer neuen „Zauberflöte“, und man darf gespannt sein, welche Botschaften die US-Regisseurin Lydia Steier dieser meistgespielten Oper der Musikgeschichte entlocken wird. Der italienische Künstler-Regisseur Romeo Castellucci feilt derweil noch an seiner „Salome“ von Richard Strauss und Regie-Altmeister Hans Neuenfels an Peter Tschaikowskys „Pique Dame“. Bei seinem letzten Salzburger Auftritt im Jahre 2001 hatte er mit seiner Zertrümmerung der „Fledermaus“ von Johann Strauß einen Skandal provoziert.

Dazu kommen noch Neuinszenierungen von Hans Werner Henzes „The Bassarids“ (Regie: Krzysztof Warlikowski) und Claudio Monteverdis „L’incoronazione di Poppea“ (Regie: Jan Lauwers).

Peter Lohmeyer verkörpert den „Tod“ im „Jedermann“. Foto: dpa
  • Peter Lohmeyer verkörpert den „Tod“ im „Jedermann“. Foto: dpa

Für die großen Opernpremieren gibt es schon lange keine Karten mehr, wie auch für den mit mehr als 680 Vorstellungen in einem knappen Jahrhundert untrennbar mit den Festspielen verbundenen „Jedermann“ von Hugo von Hofmannsthal. „Das Spiel vom Sterben des reichen Mannes“ wird zum zweiten Mal in der radikal modernisierten Sicht von Michael Sturminger gezeigt. Tobias Moretti verkörpert wieder den reichen Mann, Stefanie Reinsperger ist in der Rolle der Buhlschaft zu sehen, Peter Lohmeyer gibt den Tod.

Die weiteren Schauspielpremieren: Johan Simons zeigt eine auf nur zwei Personen reduzierte Version von Heinrich von Kleists „Penthesilea“, Frank Castorf präsentiert eine Dramatisierung von Knut Hamsuns Roman „Hunger“, und Ulrich Rasche interpretiert die „Perser“ von Aischylos.

Der griechische, in Russland wirkende Dirigent Teodor Currentzis wurde 2017 mit einer multiethnischen Sicht von Mozarts Oper „La clemenza di Tito“ zum neuen Superstar der Festspiele. Currentzis kehrt nun mit seinem musicAeterna-Ensemble und einem Zyklus aller Beethoven-Symphonien nach Salzburg zurück und dürfte auch in diesem Sommer Furore machen. Er bekommt allerdings Konkurrenz von einem anderen Pultmatador: Der russische Dirigent Kirill Petrenko gibt mit den Berliner Philharmonikern, deren Chef er 2019 wird, zwei Konzerte im Großen Festspielhaus.

Und dann wäre da noch Festspiel-Dauergast Anna Netrebko, die einen Arienabend unter dem mehr oder weniger nichtssagenden Titel „A due voci“ gestaltet, zusammen mit ihrem Gatten Yusif Eyvazov. Längst ausverkauft, natürlich.



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