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In „Contraband“ entwirft Regisseur Baltasar Kormákur immer neue dramatische Wendungen

Packend wie eine griechische Tragödie

Früher einmal war Chris Farraday (Mark Wahlberg) ein legendärer Schmuggler, der auf Schiffen aus Mittel- und Südamerika die unmöglichsten Verstecke für Falschgeld fand. Doch das ist lange her. Jetzt hat er einen ganz normalen Job, eine schöne Ehefrau namens Kate (Kate Beckinsale) und zwei kleine Söhne. Doch dann passiert’s: Kates Bruder Andy (Caleb Landry Jones) vermasselt ein Drogengeschäft und schuldet nun seinem cholerisch-widerwärtigen Boss Tom Briggs (Giovanni Ribisi) einen Haufen Geld. Geld, das er nicht hat. Und nun muss Chris seine alten Kontakte wieder aufleben lassen. Der Plan: Auf einem Schiff nach Panama anheuern, um dann mit reichlich Falschgeld zurückzukehren. Chris’ Freund Sebastian Abney (Ben Foster) soll derweil daheim auf Kate aufpassen, damit ihr der skrupellose Briggs in seiner aufbrausenden Ungeduld nichts antut. Doch dann geht alles schief: Das Geld für die Blüten, vom Schwager aufbewahrt, ist futsch, Chris muss in Panama an einem Überfall teilnehmen, um den Deal überhaupt noch durchziehen zu können. Zu Hause hingegen beginnt Abney, sich ein wenig zu sehr für Kate zu interessieren …

veröffentlicht am 14.03.2012 um 16:24 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 13:41 Uhr

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Autor:

Michael Ranze
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Die nun folgenden Verwicklungen nehmen immer bizarrere Ausmaße an, die fast an eine griechische Tragödie erinnern. Der isländische Regisseur Baltasar Kormákur hat seinen eigenen Film „Reykjavik-Rotterdam: Tödliche Lieferung“ von 2008 (mit sich selbst in der Hauptrolle) für Hollywood noch einmal neu verfilmt. Das beginnt ganz normal als packendes Krimidrama, in dem ein ehemaliger Schmuggler von der Vergangenheit eingeholt wird und gegen seinen Willen sein bürgerliches Leben aufs Spiel setzen muss.

Doch im Laufe des Films wird die Handlung immer verschachtelter. Kormákur zieht immer noch eine weitere Wendung aus dem Hut und gefällt sich in seiner Cleverness und Raffiniertheit. Dabei wäre das gar nicht nötig gewesen. Sein Film ist nämlich auch so durchaus packend und unterhaltsam. Besonders die Parallelmontage, in der Chris nur noch wenig Zeit bleibt, um mit dem Falschgeld auf das Schiff zurückzukehren, während Kate sich gegen Abney wehren muss, ist an Dramatik und nervenzerrender Spannung kaum zu überbieten. Den Mangel an Logik und Glaubwürdigkeit nimmt man da gern in Kauf.

Ab heute ist „Contraband“: auch im Maxx-Kino Hameln zu sehen: täglich außer Freitag und Mittwoch um 18.20 Uhr, täglich um 20.45 Uhr, am Freitag und Samstag auch um 23 Uhr.



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