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Viel Applaus fürs Konzert der Sonderklasse: Harmonic Brass

Orkanartige Ovationen

Hameln. Das Münster liegt im wohligen Halbdunkel. Würde eine Stecknadel fallen, wäre das vermutlich im gesamten Kirchenschiff zu hören, obwohl rund 150 Gäste dort sitzen. Eine stilisierte Wanduhr zeigt den Beginn der sechsten Stunde eines Tages an. Plötzlich erhebt sich aus den Tiefen des Sakralbaus eine Trompete. Sie stimmt einen festlichen E-Dur-Dreiklang an, beantwortet von einem Solohorn, das die musikalische Wendung aufnimmt. In feierlich-getragener Prozession ziehen die fünf Musiker von Harmonic Brass ins Kirchenschiff ein. Sie verdichten den Klang und lassen mit Edvard Griegs Morgenstimmung im vollen Blechbläserklang ein Konzert der Sonderklasse beginnen.

veröffentlicht am 17.10.2010 um 17:31 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 12:41 Uhr

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Autor:

Stefan Bohrer
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Eos, die griechische Göttin der Morgenröte, steht Pate für den beachtenswerten Sonnenaufgang und gibt den Weg frei auf einen 24-Stunden-Tag unter dem Motto „One Day of Musik“. Bei ihm leuchtet das Münchner Ensemble in zwei Stunden alle möglichen Stile vom Barock bis zur Popmusik perfekt und opulent aus: Bei jedem Stück setzen Hans Zellner und Gergely Lukács (Trompete), Andreas Binder (Horn), Thomas Lux (Posaune) sowie Manfred Häberlein (Tuba) überraschende Akzente, suchen stets den direkten Kontakt zum Zuhörer. Tipps für den Tagesablauf gibt Andreas Binder als Werner-Veigel-Klon in seinen witzigen Überleitungen.

Musikalisch treten die Blechbläser in einen meisterhaften Dialog, der in zum Teil atemraubenden Tempi ungeahnte Kräfte freisetzt. Das starre Konzept eines Blechbläserkonzertes wird von den Musikern geschickt aufgebrochen. Sie nutzen nicht nur die äußerst bemerkenswerte Akustik des Münsters. Sondern sie agieren musikalisch miteinander, gruppieren sich im Zusammenspiel um und wechseln wie die Musikstile geschickt die Instrumente. Über allem strahlt die musikalische Persönlichkeit jedes Protagonisten.

Spätestens bei der Zugabe entscheidet Manfred Häberlein den humorvollen Kampf um die perfekte Sechzehntelnote für sich. Mit einem außergewöhnlichen Arrangement zu Johann Strauss’ Vaters Dreivierteltakt-Fantasie „Erinnerung an Ernst oder Der Carneval in Venedig“, zeigt er grandiose Virtuosität. Immer wieder reizt diese zu Szenenapplaus und löst orkanartige Ovationen aus. „Hätte der Rattenfänger solche musikalischen Qualitäten, wäre vermutlich die gesamte Stadt mitgezogen“, bringt es der begeisterte Kirchenvorstand des Hamelner Münsters auf den Punkt.

Blitzsauber intoniert und bemerkenswert zusammengespielt: das Quintett Harmonic Brass. Foto: boh



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