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„Orgel plus…“: die interessante neue Perspektive

Von Ernst August Wolf

Hameln. „Eine wunderbare Idee, die auch zu anderen Anlässen im Kirchenjahr praktiziert werden sollte“, fasste einer der rund 40 Besucher der ersten Veranstaltung von „Orgel plus…“ seine Eindrücke zusammen. Das Konzept stammt von Ruth Hegemann, der Leiterin des Kirchenmusik-Teams des Münsters: „In ‚Orgel plus...‘ geht es darum, Texte und Melodien ausgewählter Lieder aus dem evangelischen Kirchengesangbuch in ihrem jeweiligen historischen, kirchen- und musikgeschichtlichen Zusammenhang vorzustellen.“

veröffentlicht am 01.03.2010 um 16:34 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 06:21 Uhr

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Die Auftaktveranstaltung war vier Passionsliedern gewidmet, zu denen Pastorin Christel Wolten und Pastor i. R. Udo Wolten „Meditationen“ vortrugen. In denen erfuhren die Zuhörer beispielsweise etwas über den Verfasser der ersten Strophe des Liedes Nr. 80 (“O Traurigkeit, o Herzeleid“), den 1591 in Kaiserswerth geborenen Friedrich Spee von Langenfeld.
 Kirchenliedern auf den Grund zu gehen, das ist für Ruth Hegemann, Christel und Udo Wolten auch ein Stück „kirchengeschichtliche Bildungsarbeit“, quasi „Konfirmandenunterricht für Erwachsene.“
 „Schön, die Hintergründe der Lieder kennenzulernen“, sagte eine Besucherin, die gleich eine Spur kräftiger im Gemeindegesang mittat. Die Münster-Organistin Maria Potaschnikova hatte als musikalische Kommentierung der Lieder passende Choralbearbeitungen von Bach, Brahms und Reger herausgesucht. „Unsere Marcussen-Orgel, die in diesem Jahr 30 wird, soll damit natürlich in den Mittelpunkt rücken“, so Potaschnikova.
 Mit „Orgel plus…“ will das Team um Ruth Hegemann das kirchenmusikalische Profil des Münsters stärken. „Es trifft nicht zu, dass wir im Gegensatz zur Marktkirche nur eingekaufte Kirchenmusik machen. Gerade mit dieser Reihe wollen wir das Gegenteil beweisen, auch wenn noch etwas Überzeugungsarbeit zu leisten ist“, stellte Hegemann fest. Wenn es nach diesem viel versprechenden Auftakt gelingt, für „Orgel plus…“ neue Zielgruppen wie Geschichts-, Religions- und Musiklehrer zu gewinnen, und sollte zudem eine notwendige methodische Überarbeitung der Präsentation des Wortanteils vorgenommen werden, dann eröffnet sich der kirchenmusikalischen Arbeit am Münster eine interessante neue Perspektive.

 

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