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Opulent aber nicht schaurig

Von Niklas Thoma

Der deutsche Film hat seit dem legendären Klassiker „Nosferatu, eine Symphonie des Grauens“ aus dem Jahr 1922 und seinem Remake mit Klaus Kinski 1979 kaum einen wichtigen Beitrag zum Vampirgenre gebracht. Die übersinnlichen Wesen mit Appetit auf menschliches Blut liegen dem Realismus des deutschen Kinos einfach nicht. Dennoch hat sich Dennis Gansel im Zuge der „Twilight“-Hysterie an die Beißerchen herangewagt.

veröffentlicht am 29.10.2010 um 11:34 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 11:41 Uhr

Kultur Sonnabend
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Von Niklas Thoma

Der deutsche Film hat seit dem legendären Klassiker „Nosferatu, eine Symphonie des Grauens“ aus dem Jahr 1922 und seinem Remake mit Klaus Kinski 1979 kaum einen wichtigen Beitrag zum Vampirgenre gebracht. Die übersinnlichen Wesen mit Appetit auf menschliches Blut liegen dem Realismus des deutschen Kinos einfach nicht. Dennoch hat sich Dennis Gansel im Zuge der „Twilight“-Hysterie an die Beißerchen herangewagt. Die Vampirpopulation besteht nur noch aus bissigen Damen. Es lebe die Emanzipation.
 Louise ist einige Hundert Jahre alt und sucht verzweifelt nach dem einen Menschen, der für sie bestimmt ist. Als Louise in die Augen der Taschendiebin Lena blickt, glaubt sie endlich am Ziel zu sein. Sie verwandelt die junge Frau in einen Vampir und versucht sie zu verführen.
 So schick und elegant Gansel seinen Vampirfilm auch ausgestattet hat, so richtig viel schaurige Atmosphäre mag nicht entstehen. Dazu bleiben seine Blutsauger einfach zu blass und strahlen kaum übernatürliche Anziehung aus. Nur Anna Fischer schafft es, durch ihren völlig neuen Vampirtypus – die flippige Love-Parade-Anhängerin Nora – etwas Schauer in das wilde Treiben der mordenden Meute zu bringen. Rülpst sie doch auch mal ganz ungeniert nach einem schmackhaften Sicherheitsbeamten, der nun leblos durch den Pool treibt. Nina Hoss als Sippenälteste Louise tut zwar überlegen, schimpft aber panisch beim Eintreffen der Polizei, als müsse sie sich zum allerersten Mal aus einer brenzlichen Situation retten. Karoline Herfurth überzeugt dagegen als Lena. Doch die Aufgabe ist leicht.

 4 „Wir sind die Nacht“ läuft im Maxx-Kino täglich um 17.30 und 20.45 Uhr. Freitag und Samstag auch um 23.15 Uhr.



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