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Erdmöbel experimentieren mit Melodie- und Wortzauber im Musikzentrum

Ohne Weinzwang

Hannover. Markus Berges ist taz-Leser. Ganz bestimmt. Dort heißt die Sportseite „Leibesübungen“, die Bundesliga-Torschützen finden sich in der Rubrik „Toreerzieler“ und besonders schräge Zitate aus der Welt der Kicker werden als „Verbalie des Spieltags“ angekündigt. Andererseits ist das gar nichts, verglichen mit dem Wortzauberer der Band Erdmöbel. Ob die deutsche Sprache Komposita wie „Kaffeesatzversicherung“, „Pförtnerrauch“ oder „Luftballonwettbewerbskarte“ benötigt, ist nicht die Frage. Berges Poesie zwischen melancholischer Erinnerung und dadaistischer Fantasie lädt zu eigenen Assoziationen ein, und das macht erst recht Laune, wenn es am Donnerstagabend im Musikzentrum Hannover zu Melodien zwischen Chanson und Gitarrenpop, Walzer und Steely-Dan-Eloquenz geschieht. Bei allem beschwingten Mitwippen legen Erdmöbel aber gern einmal ein Störfeuer: „Blinker“ provoziert fast mit seinen ausgedehnten „Blink, Blink, Blink …“-Wiederholungen in einem enervierenden Stroboskopgewitter.

veröffentlicht am 08.11.2013 um 14:46 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 21:41 Uhr

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Autor:

Martin Jedicke
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Passend zur pinkfarbenen Blumenwiese des Covers der neuen CD „Kung Fu Fighting“ wird die Bühnenkleidung von Zartrosa beherrscht. Produzent Ekki Maas schaut schelmisch unter seinem neckischen Hut hervor und spielt einen groovenden Bass. Wolfgang „Liberace“ Proppe an Keyboard und Orgel führt seinen neuen Glitzerring vor, ein Fangeschenk. Hinzu gesellen sich Schlagzeuger Christian Wübben und als Gäste Christa Becker und Henning Beckmann, die das Klangbild an Querflöte und Posaune bereichern. Sie laden ein in ein „Vergnügungslokal mit Weinzwang“, zu einer „Ausstellung über das Glück“ und in den „Club der senkrecht Begrabenen“. Am Ende „Nah bei dir“, Erdmöbels Version des Bacharach/David-Klassikers „Close To You“ – und das Publikum singt noch, als die Band die Bühne längst verlassen hat. Im Musikzentrum, einem Vergnügungslokal ohne Weinzwang.



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