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Mit „Moby Dick“ auf musikalischer Abenteuerschifffahrt im TAB

Ohne Plüschwal durch den Pazifik

Hameln. Es ist eine Abenteuergeschichte zum Luftanhalten, die mit ihrer knapp 1000-seitigen Romanvorlage so umfangreich ist, dass sich Regisseure zweimal überlegen, ob sie sich an diesen Stoff heranwagen sollen. Das Hamburger Theater Triebwerk zeigte am Dienstag im TAB, dass es sich durchaus lohnt, Herman Melvilles Klassiker zu erzählen und zu spielen. Ganz besonders dann, wenn die Inszenierung so aufwühlend umgesetzt wird.

veröffentlicht am 25.02.2009 um 23:00 Uhr
aktualisiert am 03.11.2016 um 11:21 Uhr

Stubb (Heino Sellhorn), Ismael und Queequeg (Uwe Schade).

Autor:

Julia Marre
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Rund 75 Minuten lang schippern da drei musizierende und singende Schauspieler durch den Walfang-Wälzer – überraschend werkgetreu, auch wenn das Personal der Handlung natürlich stark reduziert werden muss. Von Beginn an gleicht die Atmosphäre im TAB der Stimmung, die im 19. Jahrhundert auf der „Pequod“, dem monströs dekorierten Schiff, geherrscht haben muss: drei Masten, eine Truhe, eine Laterne, die sogleich signalisieren: Es wird alles andere als eine Kuscheltiershow mit Plüschwal in der Hauptrolle.

Während Matrose Ismael seine (komprimierte) Geschichte durchlebt, brausen den Zuschauern schon Cello- und Kontrabassklänge entgegen. Immer, wenn es spannend wird – und das wird es oft! – stürmen die Streicher ernsthaft und düster los. Spielen die Musiker nicht ihre Instrumente, wird der Bass zum Schiffsbug umfunktioniert. Doch nicht nur finster und bedrohlich ist das Stück, das Regisseur Erik Schäffler aus dem Roman erarbeitet – auch nette Kniffe werden mit nur wenigen Mitteln eingebaut: Während Ismael von der Weiterverarbeitung des gefangenen Wales erzählt, hebt Bassist Heino Sellhorn sein Hemd und lässt am kugelrunden Bauch veranschaulichen, wie aus der Schwabbelhaut des Meeressäugers Öl wird.

Und nebenbei lernen die Zuschauer, womit sich Matrosen unter Deck beschäftigen: Sie spielen Walquartett – was auch sonst..?!



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