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Die Zeichenkunst des Friedrich Karl Waechter im Wilhelm-Busch-Museum

Nonsens im Paralleluniversum

Hannover. „Ein unverkrampftes Verhältnis zum Nonsens und darum blödsinnig sein zu dürfen“ – mit diesem Zitat, frei nach Wilde, brachte F.W. Bernstein das Typische seines Freundes F. K. Waechter auf den Punkt. Der geniale Zeichner und Menschenkenner, 1937 in Danzig geboren, lebte seit 1962 in Frankfurt am Main. Er ist am 16. September 2005 gestorben.

veröffentlicht am 04.03.2009 um 23:00 Uhr
aktualisiert am 03.11.2016 um 10:41 Uhr

F. K. Waechter: „Adele zeigt ihren Brüsten die Männer&ldqu

Autor:

Klaus Zimmer
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Einer der vielseitigsten

deutschen Satirekünstler

Seine Vorbilder waren Wilhelm Busch und Saul Steinberg; wie diese war er ein Bildschriftsteller: Text und Zeichnung sind in seinen Arbeiten unlösbar verflochten. Dem Papier hat Friedrich Karl Waechter ein gewaltiges Paralleluniversum des Absurd-Komischen anvertraut. Er spielt mit Logik, Erwartungen, Klischees, Zeichenstilen und -techniken. Zunächst Grafikdesigner, begann 1962 sein Start als Zeichner für die Satirezeitschriften „Pardon“ und „Titanic“. Waechters Erfolgsserie war nicht aufzuhalten: Seit den 1960er Jahren gehörte er zu den vielseitigsten deutschen Satirekünstlern.

Mit dem Trio Friedrich Karl Waechter, F. W. Bernstein und Robert Gernhardt wurde einer völlig neuen Komik Leben eingehaucht: Die „Neue Frankfurter Schule“ wurde bald zu einem Begriff. Diese Zeichner wollten die Entlastung von einem falschen durch einen sinnerfüllenden Humor. „Wir sind ja buchstäblich terrorisiert von Ernst-Menschen, die oft gar nicht ernst sind, sondern fröhlich über Leichen gehen“, meinte Waechter einmal.

Mit den rund 4000 Arbeiten der Waechter-Werkschau (eine Schenkung und die andere Hälfte erworben für eine Million Euro), feiert das Wilhelm-Busch-Museum die 2008 beschlossene Übernahme des 30 000 Blätter umfassenden Nachlasses.

Man muss bei Waechter auf alles gefasst sein: Schon beim Eintritt begrüßt Adele die Besucher: Sie hat den Spieß umgedreht und zeigt ihren Brüsten die Männer. Die Ausstellung bestätigt auf den 250 ausgewählten Blättern: Nirgends sonst gab es so viel Nonsens des neuen deutschen Humors.

Zu sehen bis 10. Mai, dienstags bis sonntags, 11 bis 18 Uhr



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