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Auch Luther hätte es gefallen: Wunderbare Klänge beim Börryer Wandelkonzert

Musikfreunde in Bewegung

BÖRRY. Die Organisatoren und künstlerischen Leiter, Kreiskantorin Christiane Klein vom Kirchenkreis Holzminden-Bodenwerder, und ihr Kollege aus dem Kirchenkreis Hameln-Pyrmont, Stefan Vanselow, hatten mit den Wandelkonzerten am Pfingstsonntag eine gute Idee: Ein Doppelkonzert

veröffentlicht am 05.06.2017 um 19:13 Uhr
aktualisiert am 05.06.2017 um 21:30 Uhr

Abbas Mashayekh (li.) und Johannes Vogt mit überraschenden Tönen der Oud und Laute. Foto: ar
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Rudi Rudolph Reporter
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Um auch kleineren Spielorten der Musikwochen Weserbergland die Chance zu geben, sich an dieser erfolgreichen Reihe zu beteiligen, hatte man beschlossen, die beiden Kirchen in Börry zu einem Konzert zusammenzuschließen. In beiden Gotteshäusern fand innerhalb von zwei Stunden dasselbe Konzert zweimal statt; die Besucher gingen in den Pausen den kurzen Weg durch den Ort zur jeweils anderen Spielstätte. Das Publikum kam somit in den Genuss zweier kleinerer, jedoch umso unterschiedlicherer Aufführungen.

Oberbörry lud mit einem Konzert ein, das mit „Luthers Laute und ihre Ursprünge“ ein ganz besonderes Duo präsentierte. Johannes Vogt (Laute) und der 1954 in Teheran geborene und eigentlich nach dem Beginn eines Medizinstudiums in die Gitarre hineingewachsene Abbas Mashayekh forderten von ihren Zuhörern ein sensibles Einhören in die Verschmelzung verschiedener Kulturkreise, in der sich Stilepochen und klangliche Idiome treffen. Die gespielte Oud, eine Kurzhalslaute, schuf mit ihrem dumpfen Klangbild eine emotionale Dichte und besondere Nähe zu der Musik des Orients. Da wechselten die Stücke von der uralten aramäischen Hymne „Shubho L’Haw Qolo“ zu „Nun bitten wir den Heiligen Geist“ über das traditionelle persische „Mahur“ und eigenen Kompositionen Mashayekhs zu „Mille Regrez“ von Josquin Desprez, Luther-Stücken und persischen Traditionals. Die Laute war das Lieblingsinstrument Luthers. Noch angerührt von diesem ganz eigenen Klangerlebnis trat das Publikum den Weg zur Dorfkirche Niederbörry an, dann trat jedes Ensemble noch einmal auf.

Mit Dorothee Kunst (Traversflöte), Christian Heim (Viola da Gamba) sowie Christiane Klein am Cembalo und an der Orgel eröffnete sich wiederum ein ganz neues Hörerlebnis. Nach der getragenen Lautenmusik kam die im 18. Jahrhundert „Deutsche Flöte“ genannte und von der in Bremen lebenden Dorothee Kunst unglaublich sensibel angeblasene Traversflöte mit jubilierendem Charakter daher, genial im Wechselspiel mit der Viola da Gamba von Christian Heim. Diese Knie- oder Schoßgeige besitzt in der Version von Heim sieben Saiten sowie ein mit Bünden versehenes Griffbrett. Johann Sebastian Bachs Sonate e-Moll BWV 1034 und seine Sonate G-Dur BWV 1027/39 für Flöte, Viola da Gamba und Basso continuo kamen zur Aufführung und beeindruckten das Publikum. Dazwischen gab es zwei Orgelstücke von Jan Pieterzoon Sweelinck und Michael Pretorius, die Christiane Klein auf der Jahnke-Orgel einfühlsam interpretierte. Den Höhepunkt bildete in der Mitte des Konzertes die Sonate C-Dur für Flöte, Diskantgambe und Basso continuo von Sebastian Bach, bei der die selten gespielte und beeindruckend dominante Diskantgambe, eine Oktave höher gestimmt als die gewöhnliche Gambe, lerchenähnlich dominierte.

Gefühlvoll: Dorothee Kunst (li.), Christiane Klein und Christian Heim. Foto: ar
  • Gefühlvoll: Dorothee Kunst (li.), Christiane Klein und Christian Heim. Foto: ar


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