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Unterhaltsame Rockabilly-Show mit Boppin’B

Motto: Drei Akkorde und eine Lüge

Hameln. „Herrje, der liebe Schnee!“ Boppin’B nehmen es mit Humor, aber nicht zum ersten Mal habe ihnen in diesem Winter die weiße Pracht Zuschauer gekostet. Die über hundert, die am Freitagabend in die Sumpfblume gekommen sind, werden dort zur Belohnung schnell aufgewärmt. Nicht etwa, dass die Heizung noch Beach-Wochen-Temperaturen ausstrahle – die Band aus Süddeutschland animiert mit ihrer schweißtreibenden Rockabilly-Show zum Tanzen, Klatschen und Singen. Kompakter als die Anheizer, The 4 Rivets, die die Menschen nur mühsam näher an die Bühne bekommen, bieten Boppin’B eine gelungene Mixtur aus Rock’n’Roll, Country und eben Rockabilly, vor allem aber eine unterhaltsame Show. Immer wieder bilden sie Pyramiden: Frank Seefeldt spielt ein Saxofonsolo, auf den Oberschenkeln des Gitarristen Golo Sturm und des Sängers Michael Treska stehend. Didi Beck, der seinen wuchtigen Standbass auch gern einmal auf den Schultern durch den Saal trägt, stellt sein Instrument als Trittleiter zur Verfügung. Dazu coole Gesten, nicht immer ganz so scharfe Pointen in den Anmoderationen.

veröffentlicht am 07.03.2010 um 23:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 05:21 Uhr

Didi Beck in Action Foto: jed

Autor:

Martin Jedicke
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Ein guter Song brauche drei Akkorde und die Wahrheit, habe Hank Williams einmal gesagt. Boppin’Bs Motto hingegen laute: Drei Akkorde und eine Lüge. Wahr aber ist, dass die Aschaffenburger als Vorband für Sashas Rockabilly-Inkarnation Dick Brave und mit einem Coveralbum, das Sashas Pophits in Rockabilly-Songs verwandelt, zu einiger Popularität gelangten. In Hameln fügen sich Titel wie „Rooftop“ oder „If You Believe“ nahtlos in ein Programm aus Eigen- und Fremdkompositionen. Originell gerät Genesis‘ „I Can’t Dance“, dessen Fingerschnipp-Arrangement an „Fever“ erinnert. „Those Were The Days“ mutiert zum Kasatschok, „King Of Bongo“ lebt von Treskas Sprechgesang, Becks munter klackerndem Bass und Thomas Weisers straightem Drumming. Bevor es die Scorpions selbst erledigen, tragen Boppin’B das unsägliche „Wind Of Change“ zu Grabe. „Ein toller Tag“ erinnert an Pubertätsträume vor 25 Jahren, als Boppin’B als Schülerband gegründet wurden. Die Zugabe „Radio“, veredelt durch Sturms Slidegitarre, hat Hitpotential und den Sound, mit dem The Bosshoss ordentlich Kasse machen und die Baseballs soeben einen Echo einheimsten. Zum Abschluss offenbart der „Blitzkrieg Bop“ der Ramones die Verwandtschaft zwischen Rockabilly und Punk. Da reichen drei Akkorde – und das ist keine Lüge.



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