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Gut gelaunt spielt die deutsche Gruppe Cara in der Sumpfblume ihren Irish Folk und noch viel mehr

Morbide Lieder mit einem Augenzwinkern präsentiert

Hameln. Ein ermordeter Heiratsschwindler, ein vergiftetes Kind, ein von gefräßigen Raben auf dem Schlachtfeld angeknabberter Ritter – fröhlich geht es nicht zu in den Liedern der Gruppe Cara, was aus dem Gälischen übersetzt Freund bedeutet. Und Freunde sind die fünf Musiker auf der Sumpfblumenbühne und die 160 Zuhörer durchaus geworden. So gut gelaunt und sympathisch führen Gudrun Walther (Gesang, Geige) und mitunter Sandra Steinort (Gesang, Flöten, Keyboard) durch das Programm. Immer wieder entschuldigen sie sich für die morbiden Texte, die eine Menge Spaß bereiten, werden sie doch stets mit einem Augenzwinkern präsentiert.

veröffentlicht am 09.03.2009 um 23:00 Uhr
aktualisiert am 03.11.2016 um 10:21 Uhr

Cara in der Sumpe  Foto: jed

Autor:

Martin Jedicke
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Keineswegs beschränken Cara sich auf traditionelle irische und schottische Volksmusik – und das ist gut so. Natürlich beherrschen die Musiker ihre Reels, die den Hörer in einen ländlichen Pub unter die tanzenden Dörfler versetzen. Das bleibt zwar Imagination, ist der Sumpfesaal doch zur Hälfte bestuhlt. Doch fördert dies den Genuss der selbst geschriebenen oder umarrangierten Balladen, die ans Herz gehen. So erhält der ausufernde „House Carpenter“ einen strafferen Erzählstrang und einen Refrain. Hier wie bei der traurigen Geschichte vom „Sailor Boy“, dem humorigen „Please Be Peter Tonight“ oder „Sweet Bride“ bestechen die Vokalarrangements. Wunderschön umspielen und ergänzen sich die Stimmen der Sängerinnen.

Ebenso bemerkenswert verschmilzt das Flötenspiel des Ehepaars Sandra und Claus Steinort, welcher das Klangbild durch Konzertina und Dudelsack bereichert. Jürgen Treyz’ Akustikgitarrenspiel dient nicht nur der Begleitung, sondern besticht durch zahlreiche Tempuswechsel in der flotten Eigenkomposition „And Off He Went“. Rolf Wagels erweist sich als Bodhrán-Virtuose. Wie nervig können protzige Schlagzeugsoli sein, doch Wagels entlockt seinem Instrument eine Fülle von Klangfarben, ohne plumpe Kraftmeierei. Aber Achtung, der Tierarzt diagnostiziere Ziegen gern tödliche Krankheiten, sei er doch stetig auf der Suche nach neuen Trommelbespannungen. Den Hang zum Morbiden werden Cara so nicht los.

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