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Neuseeland ist Gastland der Frankfurter Buchmesse / Erster Roman erschien dort erst vor 150 Jahren

Mit Tattoos möchten sie ihre Mythen erzählen

Frankfurt/Main. In Neuseeland leben 50 Millionen Schafe und 4,4 Millionen Menschen. Das Land eine Literaturnation zu nennen, wäre mehr als vermessen. Man darf also gespannt sein, wie sich Neuseeland vom 10. bis 14. Oktober als Ehrengast der Frankfurter Buchmesse präsentiert.

veröffentlicht am 26.09.2012 um 18:35 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 19:41 Uhr

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Autor:

Sandra Trauner
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Der Gastland-Auftritt steht unter dem Motto „Bevor es bei Euch hell wird/While you were sleeping“. Aus audiovisuellen Projektionen, „die die Illusion erwecken, man befinde sich inmitten eines Buches oder einer Geschichte“, soll der Pavillon bestehen. Nicht nur ums Schreiben und Lesen soll es gehen, sondern auch um Tanz, Musik, Film, um Essen und Trinken. Knapp 70 Schriftsteller werden nach Frankfurt reisen und 100 weitere Akteure, darunter auch Köche und Winzer.

Buchmessen-Direktor Juergen Boos freut sich auf „die größten Geschichtenerzähler der Welt“: die Ureinwohner Neuseelands. Dabei sind den Maoris Bücher eigentlich fremd. Traditionell gibt es keine Schriftsprache, Erzählungen werden mündlich überliefert, begleitet von Tanz, Schauspiel und Interaktion mit dem Publikum. Auch Tattoos und Schnitzereien sind Transportvehikel für die überlieferten Mythen.

Dennoch haben die Ureinwohner heute in der Literatur des Landes durchschlagenden Erfolg. Die vier erfolgreichsten neuseeländischen Romane stammen von zwei Maori-Autoren: Witi Ihimaera und Alan Duff.

Auf eine lange literarische Tradition blickt Neuseeland nicht zurück: Das erste Buch wurde 1830 veröffentlicht, der erste Roman erst vor 150 Jahren. Die Verlagsszene ist überschaubar, viele Autoren verlegen sich selbst. Auf die internationale Bühne schaffen sie es nur selten. „Oben sind die Briten und Amerikaner, und wir Neuseeländer sind ein bisschen wie der Lachs, der gegen den Strom nach oben will“, sagt Kevin Chapman, Präsident des neuseeländischen Verlegerverbandes. Für Frankfurt werden 66 neuseeländische Bücher ins Deutsche übersetzt – sonst sind es etwa 10 pro Jahr.

Wer aus den Neuerscheinungen etwas über das Land erfahren möchte, hat die Wahl zwischen literarisch hochwertigen Büchern, die mit Neuseeland wenig zu tun haben (wie „Die Frau im blauen Mantel“ von Lloyd Jones oder „Der Dirigent“ von Sarah Quigley) und schlichteren Werken, die im Land verwurzelt sind („Der junge William Fox“ von Peter Walker oder „Rangatira“ von Paula Morris). Zum Reinschnuppern eignet sich das Taschenbuch „Neuseeland erzählt. Vom anderen Ende der Welt“.

Audiovisuelle Projektionen sollen dem Besucher des neuseeländischen Pavillons das Gefühl vermitteln, sich direkt inmitten eines Buches zu befinden. Foto: dpa



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