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Reinhard Lange: Selbst -Porträts in der Praxis am Posthof

Mit sich selbst konfrontiert

Hameln. Zahlenspiele, die sich anbieten – Reinhard Langes 75. Geburtstag, die 44. Ausstellung in der Praxis am Posthof, 43 Selbstporträts des Hamelner Ausnahmekünstlers, der bereits zum dritten Mal hier ausstellt. Nach „Gemaltes Gestern, Reinhard Lange“ und „Unserem Lehrer Reinhard Lange zum 70ten“ nun – und am Samstagvormittag eröffnet: „Reinhard Lange - Selbst“. Eine faszinierende Schau – nicht nur, weil Selbstporträts eine besondere Stelle einnehmen unter den Künstlern, die sich selbst exzessiv zum Thema machen. Dürer, der das „Selbst“ gültig stilisierte, Rembrandt, der sich vom Jungen bis zum Greis immer wieder malte und vor allem im Alter greisenhaft gespenstische Bilder schuf, Beckmann, der sich immer wieder und neu sah bis zu Horst Janssen, dessen „Selbst“ in unendlichen Radierungen und Aquarellen einen eigenen zeichnerischen Kosmos darstellen.

veröffentlicht am 07.04.2013 um 15:06 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 20:41 Uhr

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Autor:

Richard Peter
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Unter Hamelner Künstlern waren es vor allem Irene und Josef Apportin, die sich immer wieder selbst sahen und gestalteten – und jetzt: Reinhard Lange – immer wieder und immer anders. Neu gesehen. Hart konturiert in unterschiedlichen Ausschnitten, zentral, nur Kopf, dann Halbfigur, an den Rand geschoben, verschwommen, in Farben aufgelöst oder nur leicht skizziert. Daneben Lange, der als lebendes Modell in seinem Rollstuhl die Eröffnung verfolgt. Die Vorlage abgibt für „Reinhard Lange: Selbst“ aus mehreren Dekaden. Schon erstaunlich, die Bandbreite, mit der dieser Künstler immer neue Facetten sieht, sich schonungslos mit sich selbst konfrontiert.

Dr. Victor Svec, künstlerischer Leiter des Kunstkreises und als ehemaliger Vikilu-Kunsterzieher Kollege von Lange, der am AEG unterrichtete, hielt die Laudatio, machte Langes „Selbst“ an einem Selbstbildnis von 1988 fest, das im Eingangsbereich hängt, wo die Patienten „verteilt“ werden. Zentraler Platz für das Bild, das Svec aus allen Selbstporträts gewählt hatte – und „Sanierung“ als Ortsbeschreibung, wo einst die sogenannten Fischerhäuser standen – und „Sanierung“ als Praxis-Ort. Auch hier, wie Svec sagt: „Reizvolle Gegensätze, Farbverläufe, harte Linien, aber auch transparente, mit einem weichen Pinsel aufgetragenen Flächen“. Und Dank an Helga Pflugmacher und das langjährige Kunstkreis-Faktotum, Frau Eisenberg, für die nicht immer ganz einfache Hängung der Bilder in den Räumen und Gängen der weitläufigen Praxis.

Ein Dank, dem sich der Künstler anschloss, ehemaliger Lehrer von drei der vier Ärzte, die hier praktizieren – und noch ein ehemaliger Schüler, der bekannte Jazz-Pianist Rolf Zielke, der extra aus Berlin zu dieser Feierstunde angereist war und am Klavier fürs musikalische Ambiente sorgte.

Was die Ausstellung in den Praxisräumen so wichtig macht — anders als bei Kunstkreis oder arche, die vor allem gezielt von Kunstinteressierten besucht werden – hier sind es täglich 250 Patienten, die sich Langes Selbst-Studien unvermittelt gegenüber sehen.



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