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Der ehemalige Generalmusikdirektor des Staatsorchesters, Christof Prick, gastierte mit Solist Daniel Hope im zweiten Sinfoniekonzert

Mit Ovationen würdigt das Publikum der Staatsoper den Heimkehrer

Hannover. Mit einem Platsch landete der dem berühmten Geiger gerade erst überreichte Strauß Sekunden später vor den Füßen zweier junger Damen. Danach bedankte sich Daniel Hope für den Beifall und spielte im Gedenken an seinen seinerzeit in Hannover lebenden Urgroßvater eine schlichte, leicht melancholisch angehauchte Melodie von Maurice Ravel. Deren sensible Gestaltung knüpfte an das an, was zuvor in den ersten Kantilenen von Bruchs Violinkonzert g-moll so bezwingend aufleuchtete: Hope als Meister der Klangfarben und ihrer Abstufungen. Ein Ästhet, unter dessen Bogen die feinsten Nuancen melodischer Entwicklungen ihren vollen Glanz entfalten. Dabei ist Hopes Tongebung trotz seines gelegentlich breiten Vibratos zwar dort schmachtend, wo es zu Bruchs Konzert einfach dazugehört, aber nie fett oder gar schmalzig, sondern stets von intellektuell unterfüttertem Gefühl gezeichnet – einfach zum Schmelzen schön. Dass man am Ende den Doppelgriffen des Finalsatzes ihre Vertracktheit auch anhören konnte, schmälerte den bravourösen Gesamteindruck nicht, zumal Hope mit dem hellwachen Staatsorchester unter der Leitung von Christof Prick auf exzellent zuverlässige Mitstreiter rechnen konnte.

veröffentlicht am 13.10.2010 um 16:37 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 12:41 Uhr

Autor:

Karla Langehein
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Einen Vorgeschmack auf Pricks musikalisch durchbluteten Gestaltungsstil und die hohe Qualität des Orchesters lieferten schon die am Anfang kraftvoll leuchtenden Vorspiele zu Pfitzners Oper „Palestrina“. Große Musik, großartig musiziert.

Das traf auch auf Schuberts 8. Sinfonie C-Dur zu. Hier setzte Christof Prick auf starken Ausdruck, klare Kontraste und die Verdeutlichung innerer Zusammenhänge. Das Staatsorchester folgte seinen Intentionen punktgenau und wartete mit fulminantem Gesamtklang und zahlreichen perfekten Soli auf. Eine bemerkenswerte Wiedergabe, die im Übrigen deutlich machte, dass der Beiname der Sinfonie, „die Große“, sich nicht nur auf ihre „himmlischen Längen“ bezieht, sondern auch auf ihre musikgeschichtliche Stellung als erste, voll entwickelte romantische Sinfonie. Ovationen für das Orchester und seinen heimgekehrten ehemaligen General.



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