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Erstmals außerhalb von Japan zu sehen und ein Glücksfall für Hameln: Yoshio Kuriki in der Galerie arche

Mit Koffer, Mütze und Fahrrad auf nach Europa

Hameln. Es ist alles ein bisschen anders diesmal in der Galerie arche. Dort, wo sonst gern noch ein Bild und noch ein Bild und noch ein Bild prangen, ist auffallend viel weiße Wand zu sehen. Annemarie Hodges, die Vorsitzende der Künstlergruppe, sagt: „Sehr reduziert und sparsam“ habe der Künstler Yoshio Kuriki die Räume mit seinen Bildern und Objekten bestückt. Mit japanischer Zurückhaltung, wie es scheint. Und genau die ist es, die die Ausstellung zu einem entschleunigenden Erlebnis macht.

veröffentlicht am 16.09.2012 um 15:08 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 20:41 Uhr

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Autor:

Julia Marre
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Es ist das erste Mal, dass Yoshio Kuriki überhaupt außerhalb von Japan ausstellt. Wie das kommt? „Der Kontakt ist über Erwin Legl zustande gekommen“, erklärt Hodges am Freitagabend während der Vernissage. Zur abschließenden Ausstellung einer Künstlerbegegnung, nämlich des „Drawing Encounters between Hannover and Nagoya University of Arts“, sei sie 2009 eingeladen worden. Und kennt seither den Künstler. Anderthalb Jahre lang hat sie sich bemüht, seine Werke in der arche auszustellen. Was nun auch dank der finanziellen Unterstützung der Stadtsparkasse Hameln und der Niedersächsischen Sparkassenstiftung geglückt ist. Und es ist tatsächlich ein Glücksfall.

Fünf Objekte aus Keramik und Gussstahl sowie rund 100 Einzelarbeiten, die in zwei Bildgruppen arrangiert sind, hat der Künstler mitgebracht. Die Objekte sind zauberhaft. Auf den ersten Blick scheinen sie Fantasiegebilde zu sein. Auf den zweiten Blick entdeckt der Betrachter doch etwas Gegenständliches in ihnen. Eines erinnert an eine Lampe, ein anderes weckt Assoziationen mit einer halb gefüllten Eierpappe, ein anderes zitiert einen Regenschirm, noch eines sieht aus wie ein Paar Bowlingkugeln mit Tragegriff.

In Japan hat Kuriki 1983 sein Kunststudium in der Präfektur Aichi abgeschlossen. Seither hat der 62-Jährige Preise für seine Werke gewonnen und unzählige Male ausgestellt. Der Konzeptionskünstler sieht auch seine ästhetischen Bilder als dreidimensionale Skulpturen. Die Ölbilder auf rahmenloser Leinwand laden zum heiteren „Ich-sehe-was,-was-du-nicht-siehst“-Spiel ein. Denn auch sie bilden Gegenstände ab, die jeder kennt: Pantoffeln, Fahrradsattel, Mütze, Wiegemesser, Brille, Schere, Kette, Spielzeug, Koffergriff. Im Rechteck sind die 50 Motive arrangiert – überaus stimmig und von dezenter Farbigkeit in Beige- und Ockertönen.

Von der Galerie oben lässt Shizuka Saito-Baak an diesem Abend das „Meer des Frühlings“ auf die Galeriebesucher tröpfeln. Die Detmolder Musikerin und Lehrerin an der Jugendmusikschule Hameln spielt japanische Stücke und Improvisationen auf der Klarinette – ein akustischer Kurzurlaub in Kurikis Heimat und eine gelungene Überraschung für den Künstler. Ihm wünscht Annemarie Hodges, „dass er in der westlichen Welt bekannt wird“.

Wer seinen Erfolg in Europa ankurbeln möchte und sich für den Kauf eines seiner Bilder oder Objekte interessiert, darf übrigens noch tiefer in die japanische Ausstellungskultur eintauchen. Jedes Bild ist namenlos und die Zuordnung der Werke zur Preisliste erfolgt anhand kleiner Übersichtsskizzen, die in jedem Raum hängen. Es ist alles ein bisschen anders diesmal in der Galerie arche.

Die Ausstellung ist bis zum 14. Oktober in der Galerie arche, Kastanienwall 12, zu sehen. Noch bis zum 30. September stellt Kiyomi Kuriki, die Frau des Künstlers, ihre Werke unter dem Titel „Ein weißer Schatten…“ in der Hildesheimer Galerie im Stammelbach-Speicher, Wachsmuthstraße 20/21, aus.



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