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Im Interview spricht Bernd Stelter über die Wechseljahre, Gartenteich-Idylle und sein Erfolgsrezept

„Mit Jüngeren möchte ich keinesfalls tauschen“

Hameln. Mit der Comedysendung „7 Tage, 7 Köpfe“ wurde Bernd Stelter einem Millionenpublikum bekannt. Lieber noch als im Fernsehen tritt der Westfale mit seinem Kabarett-Programm auf, das er wegen des hohen Musikanteils lieber „Konzert“ nennt. Am Mittwoch, 10. Juni, gastiert er um 20 Uhr im Weserberglandzentrum. Redakteurin Julia Marre sprach vorab mit dem Comedian.

veröffentlicht am 07.06.2009 um 23:00 Uhr
aktualisiert am 03.11.2016 um 02:41 Uhr

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Herr Stelter, Ihr Mana-gement hat mir gesagt, Sie sprechen mit mir auch über Kaninchenfutter. Haben Sie Haustiere?

Natürlich! Ich habe Kaninchen zuhause, fast schon eine richtige Kaninchen-Hacienda, denn ich habe ihnen auch ein Gehege gebaut. Außerdem haben wir Meerschweinchen. Und ich bin ein Teichliebhaber, der Wasser um sich herum haben muss, daher gibt es in meinem Garten gleich zwei Teiche. Dort sitze ich abends gerne mit einem Glas Wein und schaue die Fische an. Wenn noch die Fledermäuse kreisen, ist das Idyll perfekt und dann geht’s mir schon sehr, sehr gut.

Sie besingen ja nicht nur Regenwürmer, sondern widmen auch den Kaninchen ein Lied…

Genau. „Im nächsten Leben wäre ich lieber ein Kaninchen“, singe ich darin – weil sie nur essen, schlafen und Liebe machen. Aber auf Dauer wäre das langweilig, man muss ja auch ein bisschen arbeiten!

Ihr Programm „Mittendrin“ beschäftigt sich mit Männern in den Wechseljahren – ist das nicht paradox?

Nein! Viele denken, Wechseljahre seien ein reines Frauenthema. Das ist völlig falsch. Denn Männer werden zwischen 40 und 60 hormonell komplett umgebaut. Alle merken das: Die Kinder werden flügge, die Frauen sind irritiert – nur der Mann selber kriegt das nicht mit…

Wie äußert sich denn dieses Phänomen?

Das geht morgens los, wenn beim Aufstehen das Knie schon wieder wehtut. Außerdem verlieren Männer die Hälfte ihres Testosteronspiegels. Der Mann kann plötzlich mit dem Kopf denken. Und da wird er nervös.

Sprechen Sie da aus eigener Erfahrung?

Natürlich! Ich bin jetzt 48. Der Typ „Musikproduzent aus Hamburg“ sucht sich in dem Alter alle fünf Jahre dieselbe Frau. Ein anderer fängt an Sport zu treiben. Wieder andere nutzen ihr Gehirn und beginnen Architektur oder Kunstgeschichte zu studieren. Und darum geht’s in dem Programm.

Das sich ja wie alle Ihre Programme dadurch auszeichnet, dass es besonders lebensnah ist.

Das stimmt. Als ich der Kinder wegen aus der Stadt rausgezogen bin in die Reihenhaussiedlung, habe ich mich in „Papa ist ’ne Knackwurst“ mit der Zeit beschäftigt, in der Benjamin-Blümchen-Kassetten im Auto rumfliegen. Mit „Pubertät ist mehr als Pickel“ habe ich die Zeit, in der meine jugendlichen Kinder rebellierten, humoristisch und kabarettistisch aufgearbeitet.

Und was kommt als nächstes?

Das weiß ich noch nicht. Aber es muss sich ja nicht immer um meine Befindlichkeiten drehen.

Aber das kommt offensichtlich gut an: Im Gästebuch Ihrer Website wendet sich Ihr Publikum ja mit vielfältigsten Anfragen an Sie – unter anderem in Sachen Diät…

Ja, dadurch dass ich auf der Bühne immer erzähle, wie’s mir geht, bin ich authentisch und das schätzt das Publikum. Viele freuen sich, dass ich nicht durch den Hinterausgang verschwinde. Sondern nach den Auftritten solange bleibe, bis alle Autogramme und Fotos von mir haben – für mich gehört das dazu. Und, mal ehrlich: Ich mache gar keine Diät, ich treibe nur viel Sport.

„Mir ist wichtig, dass die Leute nicht nur lachen, sondern sich auch zurücklehnen und mal eine Gänsehaut

bekommen“, sagt Bernd Stelter.



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