weather-image
11°

Wie angehende Erzieherinnen die Königin der Instrumente kennenlernen

Mit Hirn, Herz und Nerven

Hameln. „Die Orgel ist das größte, lauteste Instrument und funktioniert wie eine große Musikwunschmaschine. Sie verfügt über einen unendlich großen Tonumfang, mit dem man ein ganzes Orchester nachmachen kann.“ Im Rahmen einer Orgelführung im Münster St. Bonifatius stellt Anna Bartels mit diesen Worten einer Gruppe angehender Erzieherinnen die Königin der Instrumente vor.

veröffentlicht am 19.04.2016 um 17:37 Uhr
aktualisiert am 25.10.2016 um 10:19 Uhr

270_008_7860584_ku_Orgel_ah_2004.jpg

Autor:

Annette Hensel
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Um sie mit dem Klang der Orgel vertraut zu machen, setzt sich die Musiklehrerin erst einmal selbst auf die Orgelbank. Die Manuale und Pedale betätigend, stimmt sie eine den Kirchenraum erfüllende Melodie aus dem christlichen Kulturgut an. Per Tastendruck und entsprechend herausgezogenem Register lässt sie anschließend Gambe, Flöte, Trompete und Posaune erklingen.

„Jede Orgel ist individuell für den jeweiligen Kirchenraum angefertigt – und sie ist ausgestattet mit Gehirn, Herz und Nervensystem“, erklärt sie den Teilnehmerinnen am Wahlpflichtkurs Musikvermittlung der Elisabeth-Selbert-Schule. „Für den schönen Klang der Orgel wird das Gehirn benötigt, sprich die Steuerzentrale, die aus Spieltisch und Register besteht sowie das Herzstück, das Windwerk, das für die notwendige Luft sorgt und wie ein Blasebalg funktioniert“, so Bartels. Als Nervensystem der Orgel bezeichnet sie die Traktur, weiche Holzlamellen, die Tastatur und Pfeifen verbinden und beim Drücken der Tasten Ventile unterhalb der Pfeifen öffnen. „So imposant die von außen sichtbaren Orgelpfeifen wirken – sie funktionieren nicht, gehören nur zum Orgelprospekt“, betont die Kirchenmusikerin und ergänzt, dass dahinter für jeden Ton eine Lippen- oder Zungenpfeife installiert sei.

Über eine Holzleiter dürfen die Schülerinnen Einblick in das rückseitige Orgelinnenleben nehmen und die Vielzahl an Orgelpfeifen bestaunen, bevor sie am Ende zu dritt Platz auf der Orgelbank nehmen. Entsprechend der Orgelnotation spielt Ramona mit den Füßen (und sauberen Schuhen!) einen einfachen Basslauf auf den Pedalen, Hien und Dana probieren mit den Händen auf den Manualen eine kleine Melodie mit Begleitung. So bekommen sie eine Ahnung davon, wie anspruchsvoll es ist, christliche Musikkultur erklingen zu lassen.

Ziel des über Vision Kirchenmusik, einem Modellprojekt für Musikvermittlung der Landeskirche, Kirchenkreis Hameln-Pyrmont und Landeskirche, finanzierten Kurses ist es, Erzieherinnen für ihre zukünftige Arbeit mit Kindern unterschiedliche Anregungen im Bereich der Kirchenmusik zu bieten.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2019
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt