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Wie die Puppenspiel-Komödie um „Die Berliner Stadtmusikanten“ die Herzen der Zuschauer im TAB bewegt

Mit Hirn, Charme und tierischer Tanznummer

Hameln. „Sag mal, geht’s noch?“, ruft die Katze hin und wieder voll Empörung. Na, und wie das geht. Gut 70 Minuten lang durften die leider viel zu wenigen Zuschauer auf der Studiobühne des Theaters am Montagabend zu Kindern werden und sich vom zu Herzen gehenden Spiel der „Berliner Stadtmusikanten“ verzaubern lassen.

veröffentlicht am 12.11.2013 um 15:08 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 21:21 Uhr

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Autor:

Ernst August Wolf
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„Die Berliner Stadtmusikanten“, das sind nicht Esel, Hund, Katze und Hahn, sondern Kuh, Wolf, Katz und Spatz. Vier Insassen des Altersheims „Zum Sonnenschein“, einer Art Seniorenstrafkolonie mit normiertem Tagesablauf und übellaunigem Pflegepersonal. „Lang leben will jeder, aber alt werden will keiner“, zitiert Neuzugang Friedrich Spatz den Taxifahrer, der ihn zum Altenheim gefahren hat.

Regina und Daniel Wagner, Mutter und Sohn der Berliner Puppenspielfamilie vom Theater Zitadelle, verleihen ihren „Stadtmusikanten“ in der Regie von Pierre Schäfer Leben, lassen stimmlich und bewegungstechnisch die Illusion perfekt werden.

Die so gegensätzlichen vier planen und schaffen den Ausbruch, übertölpeln humorvoll die Pfleger, und getreu dem Motto „Etwas Besseres als den Tod finden wir überall“ wird die Großstadt das Ziel ihrer Träume. Anscheinend nebenbei erfahren die Zuschauer, dass die Kuh, die vom „Kuhdamm“ träumt, einst eine große Ballerina war, was sie durch eine mitreißende Tanznummer beweist. Und auch der Wolf – er will in Reinickendorf einen Fuchs besuchen – und die ergraute Katze können wunderbar singen.

Vor allem aber lebt das Stück von großartigem Wortwitz, der die Zuschauer Tränen lachen lässt, etwa wenn die Senioren einander auf der Flucht Witze erzählen. Selten hat man so viel liebenswerten Charme auf der Bühne gesehen.

Mit einfachen, aber sehr effizienten Mitteln gerät das faszinierende Spiel der Wagners zu einem kurzweiligen, anrührenden und äußerst unterhaltsamen Abend. An dessen Ende hat jeder der Zuschauer die bettnässende Kuh, den Wolf mit der Augenklappe, die wortgewandte Katze und den etwas schusseligen Friedrich Spatz fest ins Herz geschlossen.

Wer möchte sich da nicht auch mal – vielleicht nicht erst im Alter – von den Fesseln des Alltags befreien und einfach abhauen. Wohin? Nach Berlin? „Sag mal, geht’s noch?“



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