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Tap Olé & Company mit ihrer Show „Tapeando“ im proppenvollen Theater

Mit furiosen Soli und Ensembles

Hameln. Zuletzt: stehende Ovationen für „Tapeando“ – Wort-Mix aus Tap für Stepp in Englisch und dem spanischen „tapear“ für von einer Bar zur anderen ziehen – das am Samstagabend die Hamelner im proppenvollen Theater restlos begeisterte. Bewunderung für eine virtuose Show – und „Tap Olé“ ähnlich faszinierend, wenn auch riskanter Vergleich, wie die Koloraturarie einer Königin der Nacht. Nur statt gesungen – getanzt.

veröffentlicht am 07.03.2010 um 23:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 05:41 Uhr

Autor:

Richard Peter
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„Tap Olé & Company“ beginnt fast zahm mit einem Gitarrensolo zu dem die Tänzer, zwei Frauen und zwei Männer, nach und nach auf die Bühne kommen, sich „klackend“ vorstellen – kleine gekonnte Nummern, die bereits zeigen, was zu erwarten ist. Furiose Soli und Ensembles in atemberaubendem Tempo – und meisterlich, wenn alle Vier sich in vibrierendes, an das Geräusch von Klapperschlangen erinnernde Geflirre steigern. Faszinierende Tempowechsel, wenn ein Furioso sich in klackernde Tropfen verliert. Vor allem aber spürbar: getanzte Lebensfreude, scheinbar mühelos, wie sie über die Bühne steppen, alles können – und mehr: denn Tap Olé ist nicht Illustration von Musik, ist Musik selbst.

Guillem Alonso, Roser Font, beide auch für die Choreografien verantwortlich, sowie Laia Molins und Rubén Pérez haben den Stepptanz weiterentwickelt, an neue Grenzen geführt, wo sich die Stile vermischen, eine neue Kunstform entsteht, weit weg vom irisch inspirierten Clogdance.

Meister unter allesamt Meistern: Guillem Alonso. Allein seine Weltklasse-Nummer – schon das Ausgießen des Sandes als rhythmisierte Kaskade einsame Spitze – mit Stepp auf Sand mit unglaublichen Tempowechseln, grandiosen Verzögerungen, Schlurfschritten, Geraschel, geschmeidiges sanftes Schleifen unterbrochen von Klack-Akzenten – das allein wäre den Abend bereits wert gewesen und eine einzigartige Leistung, wie sie unsere Bühne nicht alle Tage erlebt – und: getoppt nur durch ein Ensemble, das diese hohe Qualität mithalten kann, Individualität im Team aufgehen lässt.

Das gilt auch für die vier Musiker, Roger Raventòs, Gitarre, Mario Mas, Gitarre, Carlos Cortés Perkussion und Paco Weth, Bass. Sie alle, wie beim Jazz, mit kleinen und größeren Soli, hinreißende Musiker, Könner die zum perfekten Handwerk noch Charme, Witz und Spielfreude addieren.

Ein mitreißender Abend, dem man mit offenem Mund Respekt zollt.

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