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Dewezet-Nachtausgabe: Sascha Weiß Swing Ensemble präsentiert wunderbare Gipsy-Musik

Mit dem Sound von Django Reinhardt

HAMELN. „Wir können alle keine Noten lesen und wenn wir vom Blatt spielen sollten, dann könnten wir das nicht.“ Albany Weiß, Rhythmusgitarrist des Sascha Weiß Swing Ensembles plauderte während der Pause der Dewezet-Nachtausgabe aus dem Nähkästchen der Band. „Wir spielen alle nach Gehör oder Musik, die aus dem Herzen kommt.“

veröffentlicht am 20.09.2018 um 17:51 Uhr
aktualisiert am 20.09.2018 um 19:40 Uhr

Das Sascha Weiß Swing Ensemble mit (v. li.) Albany Weiß, Sascha Weiß, dem Stargast Kussi Weiss und seinem Sohn Moreno Weiss. Foto: wft
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Autor

Wolfhard F. Truchseß Reporter

Und noch überraschender: „Ich habe zwanzig Jahre lang die Gitarre in die Ecke gestellt“, erzählt Bandleader Sascha Weiß. „Ich spiele erst seit zwei, drei Jahren wieder.“ Umso erstaunlicher ist, was er gemeinsam mit seinem Ensemble und dem Stargast Kussi Weiss aus Hildesheim in dieser „Gipsy Night à la Django Reinhardt“ auf die Bühne zaubert und damit das Publikum zu Beifallsstürmen hinreißt.

Dass alle Mitglieder des Ensembles miteinander verwandt sind, dürfte in der Jazz-Szene ziemlich einmalig sein. Den Bass spielt Kussi Weiss‘ Sohn Moreno, Sascha und Albany Weiß sind enge Verwandte von ihnen. Es ist offensichtlich: Dieser Familie wurde die Musik mit den Genen mitgegeben. Was bietet sich eher an, als gemeinsam Gipsy-Musik zu spielen.

Und sie spielen sie wie einst der legendäre Django Reinhardt, der zu den Mitbegründern des europäischen Jazz zählt und mit vielen Größen der amerikanischen Jazzwelt spielte. Schade, dass weder Sascha Weiß noch Kussi Weiss oder eines der anderen Bandmitglieder etwas zu der Geschichte der Reinhardt-Kompositionen sagte, die sie im Lalu spielten. Da gäbe es sicher einiges zu erzählen. Aber mehr als die Vorstellung der Bandmitglieder und am Ende ein schüchternes „Danke“ brachte Sascha Weiß nicht über die Lippen.

Und dabei brachten sie Klassiker von Django Reinhardt wie „Nuages“, den „Minor Blues“, „Djangos Tiger“ und den „Swing 48“ – alles legendäre Stücke des großen französischen Jazzmusikers, die er freilich teilweise in ganz anderer Besetzung gespielt hatte.

Dass Sascha Weiß mit seinem Ensemble derzeit eine neue CD mit eigenen Stücken aufnimmt, erzählte er eher beiläufig während der Pause. „In vier Wochen könnte sie fertig sein“, meinte der Bandleader. Die Gipsy-Liebhaber dürften sich darauf freuen, denn die Band spielt höchst authentischen Jazz, wie er nicht häufig zu hören ist und doch ganz offensichtlich seine Fans hat, wie die Reaktionen des Publikums zeigten.

Dass sie bei ihrer Arbeit nicht zu einem einzigen Lächeln neigen, zeigt nur, wie hoch konzentriert die Musiker auf der Bühne sind. Da gibt es keine Mätzchen, keine überflüssigen Show-Elemente und kein gekünsteltes Gehabe. Wenn diese Band auf der Bühne steht und die Finger über die Saiten rasen, wird ehrliche Musik gemacht und der Sound von Django Reinhardt wieder zum Leben erweckt.



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