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Ron Hutchinsons Hochgeschwindigkeits-Komödie „Mondlicht und Magnolien“ im Theater

Mit Affenzahn im „Dschungelcamp“ gelandet

Hameln. Ganz großes Kino soll es werden – und das wird es. Aber eines geht ihm voraus: ein ganz großes Chaos. Ron Hutchinsons Schauspiel „Mondlicht und Magnolien“, das am Samstag für ein überaus gut besuchtes Theater sorgte, spielt zwar auf einer Bühne, blickt aber hinter die Filmkulissen einer monumentalen Hollywood-Produktion: „Vom Winde verweht“. Dass dem Epos eine kuriose Entstehungsgeschichte mit 13 beteiligten Regisseuren und Drehbuchautoren vorausgeht, wissen die wenigsten. Theaterautor Hutchinson weiß jedoch aus dem Stoff eine historische Komödie zu basteln, die kurzweilig und sehr unterhaltsam ist.

veröffentlicht am 23.02.2009 um 17:46 Uhr
aktualisiert am 03.11.2016 um 11:21 Uhr

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Autor:

Julia Marre
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In seinem Büro diskutiert Produzent David O. Selznick mit Autor Ben Hecht und Regisseur Victor Fleming über das Drehbuch zu Margaret Mitchells Südstaaten-Bestseller. Aus dem Feilschen wird ein knallharter Deal: Fünf Tage und fünf Nächte lang werden die Filmemacher solange eingesperrt, bis das Drehbuch komplett ist. Was zwischen Bananenschalenbergen und Erdnusshülsenhäuflein bald aussieht wie „Dschungelcamp“ mit Kreativitätszwang, gebärt ein Drama, das 1940 bei den Oscars abräumte.

Spannend ist das Stück über das „Making Of“ des Films kaum – das Ende der Bühnenhandlung ist ja absehbar: „Vom Winde verweht“ wurde schließlich einer der erfolgreichsten Kinofilme aller Zeiten. Dennoch amüsiert der Zweiakter mit überraschenden Momenten – wenn auch die große Kunst des Schauspiels woanders liegt: in der Übertreibung nämlich, die allerdings gelegentlich in die Albernheit abrutscht.

Ganz großes Theater, das war es nicht. „Mondlicht und Magnolien“ aber hat Robert Klatt für das Eurostudio Landgraf als Komödie mit Hochgeschwindigkeit inszeniert – voller zielsicherer Gags, glänzender Gesten und forsch abgefeuerter Witze.

Während Michael Lesch den Produzenten Selznick weit entfernt von Burn-out-Gedanken mimt, Markus Völlenklee seinen Ben Hecht sehr treffend spielt und Renée Zalusky als Miss Poppenghul immer für einen Schmunzler gut ist, gehören Marten Sand als Fleming die großen Szenen: herrlich, wie er die in den Wehen liegende Melanie Hamilton imitiert.

Vom Arbeitsdruck zerzaust: Drehbuchautor Hecht (Markus Völlenklee), Produzent David O. Selznick (Michael Lesch) und Regisseur Fleming (Marten Sand, v.l.n.r.).

Foto: Theater



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