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„Piranha 3 D“ ist unappetitlicher Horror

Missglückter Humor

Diese Piranhas sind schon einige Millionen Jahre alt. Darum sehen sie auch aus, als seien sie aus einem Bild von Hieronymus Bosch herausgefallen: Phantasiegeschöpfe als garstige Karikaturen angelegt. Es ist nicht das einzige Mal, dass der Film von Alexandre Aja seine Horror-Prämisse nicht ernst nimmt. Mit Joe Dantes gruseligem Tierhorror „Piranhas“ von 1978 hat er nichts mehr gemein.

veröffentlicht am 18.10.2010 um 16:56 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 12:21 Uhr

Autor:

Michael Ranze
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Dabei fängt es vielversprechend an, mit einem witzigen Gastauftritt von Richard Dreyfuss, der sich 1975 gegen den „Weißen Hai“ wehrte. Gemütlich angelt er auf dem Lake Victoria in Arizona. Doch ein kleines Erdbeben befreit besagte Raubfische aus ihrer Unterwasser-Höhle – und der Angler ward nicht mehr gesehen. Nun macht uns Aja mit einem US-amerikanischen Phänomen vertraut: „Springbreak“: Hunderte von Studenten feiern den Beginn der Semesterferien, indem sie am sonnenverwöhnten Strand die Sau raus lassen.

Fortan zoomt die Kamera mit wohligem Voyeurismus auf knackige Hintern williger Mädchen – makellose, glatt rasierte Körper, die sich lustvoll zerstören lassen. Denn: Der zügellose Hedonismus der Spaßgesellschaft muss natürlich bestraft werden. Beim finalen Angriff der Piranhas wird darum gebissen und gevierteilt, geblutet und geschrien, als sei man in einem „Torture Porn“. Einmal wird einem Mann das beste Stück abgebissen und wegen Nichtgefallens vom Piranha wieder ausgespuckt. Ein anderes Mal fallen Silikon-Implantate aus angeknabberten Brüsten. Missglückte Versuche, die unappetitlichen Splattereffekte zu entschärfen.

„Piranha“ ist in 3 D derzeit im Maxx-Kino täglich um 20.30 Uhr zu sehen.



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