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Die britische Sängerin Alison Moyet kehrt im Theater am Aegi zur Elektronik zurück

Mensch und Maschine

Hannover. Es muss wohl vor fünf Jahren gewesen sein, dass Alison Moyet sich wieder auf ihre elektronischen Wurzeln besann. Damals unternahm sie eine kurze Reunion-Tour mit Yazoo, der Band, mit der sie Anfang der 1980er Jahre im Duo mit dem Depeche-Mode-Aussteiger Vince Clarke riesige Erfolge feierte. Deren Hits „Only You“ und „Nobody’s Diary“ werden auch am Mittwochabend im mit 500 Gästen überraschend zurückhaltend besuchten Theater am Aegi geboten. Zur finalen Zugabe „Don’t Go“ wird trotz der Sessel aber munter getanzt und stehend mitgeklatscht.

veröffentlicht am 19.09.2013 um 17:09 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 02:41 Uhr

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Autor:

VON MARTIN JEDICKE
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Natürlich werden auch die frühen Hits der Solokarriere Moyets bejubelt: „All Cried Out“, „Love Resurrection“ und vor allem „Is It Love“, in dem die verhangene Altstimme der Britin besonders zum Tragen kommt. Bereits Yazoo lebten von dem Konzept „Kalte Elektronik trifft auf warme Soulstimme“. In Hannover reizt Moyet dieses Konzept vollends aus. Sie steht zwischen zwei Keyboardern, die ihren Maschinen allerlei vorprogrammierte Samples entlocken. Oft brutal tiefe Bässe an der Grenze des Erträglichen, geklonte Drums, mitunter Yello-artiges Geplucker, mal flächige Synthesizer-Teppiche, die den Kitsch-Pop der Achtziger meiden.

Auch Moyets aktuelles Album „The Minutes“ favorisiert diese Arrangements. Fast das komplette Album findet Eingang in das Programm und bietet für Liebhaber elektronischer Klänge spannende Höhepunkte. In „Remind Youself“ werden dräuendes Keyboardgrummeln und bedrohliche Bässe durch Spinett-Klänge konterkariert. „Filigree“ preist den Augenblick nicht erwarteter Erkenntnis und überraschenden Genusses. Und untermalt dies mit einem geradezu theatralischen Arrangement. „A Place To Stay“ wagt im Mittelteil gar Dissonantes. Fast opernhaft intoniert die 52-Jährige „This House“. Wird eigentlich noch jemand für den nächsten Bond-Song gesucht?

Die beiden Mitstreiter, die ganz selten auch Gitarren in die Hand nehmen und eine Background-Stimme beisteuern, umrahmen eine schlanke Moyet in schwarzer Bluse und schwarzen Jeans. Dazu ein paar Spots und atmosphärischer Nebel. Und vor allem diese wunderbare Stimme. Selten haben sich Mensch und Maschine auf einer Konzertbühne so kongenial ergänzt.

Auf dem Synthesizer-Teppich geblieben: Alison Moyet. jed



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