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Ab heute zeigt die ARD neue „Weissensee“-Folgen / Autorin Annette Hess verrät, wie es weitergeht

Melodram für Millionen

Dörpe. Es ist eine Familiensaga, die an Dramatik kaum zu überbieten und durchweg prominent besetzt ist: „Weissensee“ heißt die mehrfach preisgekrönte ARD-Serie, für die Annette Hess aus Dörpe die Drehbücher geschrieben hat. Heute geht es nach beinahe drei Jahren Pause weiter. Im Interview verrät die Autorin aus dem Weserbergland, was die Zuschauer erwartet.

veröffentlicht am 16.09.2013 um 17:13 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 02:41 Uhr

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Frau Hess, sitzen Sie heute Abend um 20.15 Uhr eigentlich vor dem Fernseher oder schreiben Sie bereits an der dritten Staffel?

Ich sitze tatsächlich gerade an der dritten Staffel, aber nicht so akut. Und obwohl ich viele DVDs von „Weissensee“ habe, ist so eine Ausstrahlung im Fernsehen noch mal etwas anderes: Schließlich kann man dann die Serie gleichzeitig mit – hoffentlich – vielen Millionen Zuschauern sehen.

Dürfen Sie schon verraten, wie es weitergeht?

Ich kann zumindest verraten, dass die Handlung der dritten Staffel am 9. November 1989 einsetzt, morgens früh um vier Uhr. Am Abend ist die Mauer offen und alles ist anders. Die dritte Staffel zeigt die ersten drei Monate nach der Maueröffnung – als Bürgerrechtler und Regierungsvertreter gemeinsam am Runden Tisch sitzen, das Neue Forum gegründet und geprüft wird, ob die DDR als reformierter Staat überleben kann. Für die Familie Kupfer ist diese Zeit natürlich extrem interessant: Schließlich ist sie nach der Auflösung des Ministeriums für Staatssicherheit auch existenziell bedroht.

In der zweiten Staffel von „Weissensee“ macht der Zuschauer schon eine Zeitreise ins Jahr 1987 und lernt viele neue Figuren kennen. War es schwierig, diese komplexe Handlung fortzusetzen?

Jein. Es war natürlich ein langer Prozess, die Konzeption zu finden. Natürlich habe ich erst überlegt, die Handlung direkt weiterzuführen, gleich am nächsten Tag. Doch dann hätte ich nichts erzählen können. Also habe ich mir Wendepunkte vor dem Mauerfall angesehen und bin auf die Umweltbewegung gestoßen. Es waren die ersten Proteste, bei denen normale, unpolitische DDR-Bürger auf der Straße protestierten. Viele sagen heute noch: Das war die eigentliche Wende.

In den neuen Folgen, die es ja bereits als DVD gibt, verlagert sich der Fokus auch durch das Thema Umweltbewegung zunehmend auf Falk und Vera Kupfer. Warum?

Die Romeo-und-Julia-Geschichte zwischen Martin und Julia war ja in der ersten Staffel zu Ende erzählt. Das wollte ich nicht noch einmal aufwärmen. Mir war es wichtig zu fragen: Wo liegt das emotionale Zentrum? Naheliegend war Vera, die Frau von Falk Kupfer, die abtrünnig wird.

Und Falk erlebt in der zweiten Staffel die wohl größte Entwicklung. Ist der Stasioffizier Ihre Lieblingsfigur?

Nein, das ist Hans Kupfer, sein Vater. Weil ich ihn noch unberechenbarer finde als Falk. Der Schauspieler Jörg Hartmann spielt Falk zwar nicht nur eindeutig böse, aber bei der Figur erwartet man meist das Böse.

Wie haben Sie eigentlich selbst das Ende der DDR erlebt?

Ich war damals Anfang 20 und habe – worüber ich mich heute ärgere – nicht besonders viel Anteil genommen. Natürlich habe ich die Montagsdemonstrationen im Fernsehen verfolgt. Extrem berührt war ich vom Mauerfall, der den Ausschlag für mein Interesse an der DDR gab. Ab 1991 war ich in Berlin. Zu diesem Zeitpunkt war die Atmosphäre in Ostberlin noch immer wie in der DDR. Insofern konnte ich die Stimmung dort selbst miterleben.

An welchen neuen Projekten arbeiten Sie zurzeit?

Neben „Weissensee“ schreibe ich zurzeit an einer historischen Serie, die Anfang der 1960er Jahre spielt und ein ganz wichtiges Projekt für mich werden könnte. Außerdem wende ich mich vermehrt der Prosa zu.

Und was ist aus dem Thriller „Die Toten von Hameln“ geworden, der im Sommer 2012 gedreht worden ist?

Den Film habe ich schon gesehen und bin total begeistert. Er soll im Frühjahr im ZDF gezeigt werden.

Interview: Julia Marre

Heute um 20.15 Uhr wird in der ARD „Der verlorene Sohn„, die erste Folge der neuen Staffel „Weissensee“, ausgestrahlt. Die weiteren Folgen sind jeweils dienstags um 20.15 Uhr zu sehen. Weitere Fotos sehen Sie bereits jetzt auf dewezet.de

Hat ihre Liebe noch eine Chance? Julia Hausmann (Hannah Herzsprung) und Martin Kupfer (Florian Lukas) begegnen sich nach Jahren wieder.

ARD/Julia Terjung



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